rappers.in Hunger Games Texte

  • ich hatte ursprünglich n kleinen wald eingeplant und ne schlucht, die sich durch die wüste zieht, mit neuen coolen ereignissen, aber das war mir dann zu aufwendig, hatte auch noch kein gespür für die spielleitung. also find das schon voll legitim mit manis wald, es gibt halt jetzt keine ereignisse mit wald und wasser, müsst ihr euch selbst zusammenreimen.


    mani wenn du dir quasi stimmungssongs vorgeben lässt kannste das ja auch mit farben oder so machen

  • Homicide & Exhaustion




    It is cold outside but it's about to get hot in here. You see, before I was interrupted by Galileo Galilei I was out here to talk about my upcoming victory at Hunger Games 11. I was out here to talk about the other participants. You know, the guys who have less than three kills now hehe. But wait, wait, wait, wait, just a joke. Like my "Heel-Turn" in the Raw-Episode after Wrestlemania, where The Rock whipped my ass. That was a fun time. I used to love the tournament here. Honestly, I still love this. Look around and listen. I love this. All of us here tonight in one area because we share one common interest: We love the Hunger Games.


    Sure, a few participants have not volunteered. Sure, there are spectators out there that have their own favorite participants and don't like me and I quite frankly have mine. My favorite superstars are all of you, who support me and stand by myself these days. And I tell you why. Because over the years I admired your honesty. You have always been honest with me, like other opponents, telling me that I suck. There's a group out there that just doesn't like me. And I admire that honesty. But there's also a group out there that knows that every single time I step in this ring, I go to war for them. But if I am honest, my body is wrecked, I am totally exhausted and I never felt a pain which was that painful. It is a hard time for me now, I sacrificed my body for years to entertain you. I am tired, and I don't know for how long I am able to keep a stiff upper lip. But I will fight as long as possible! Hustle, loyalty & Respect. THE CHAMP IS STILL HERE!

  • ich hatte ursprünglich n kleinen wald eingeplant und ne schlucht, die sich durch die wüste zieht, mit neuen coolen ereignissen, aber das war mir dann zu aufwendig, hatte auch noch kein gespür für die spielleitung. also find das schon voll legitim mit manis wald, es gibt halt jetzt keine ereignisse mit wald und wasser, müsst ihr euch selbst zusammenreimen.


    mani wenn du dir quasi stimmungssongs vorgeben lässt kannste das ja auch mit farben oder so machen


    Das mit den Farben ist eine gute Idee. Vielleicht auch mit Bildern, die eine gewisse Stimmung vermitteln. Danke für den Tipp.


    Cena schwächelt etwas? Seit wann gesteht der Champ sich selbst Schwäche ein?



    #FreeKani

  • Bild dir deine Meinung - IV



    Die Nacht hielt eine gute und eine schlechte Nachricht für mich bereit. Die gute: Es war nicht ganz so bitterkalt, wie ich es erwartet hatte. Womöglich lag das daran, dass es sich hier um eine künstlich geschaffene und von außen kontrollierte Arena handelte und Erfrierungen zudem nicht die Todesursache waren, die die ganz großen Quoten brachten. So fröstelte ich, das lädierte Hemd wieder übergezogen, nur ein wenig in dieser Nacht. Die schlechte Nachricht war jedoch die, dass ich bis zum Morgengrauen kein Auge zutat. Von Krämpfen und einzelnen, kleineren Halluzination geplagt wand ich mich auf dem sandigen Boden wie eine sterbende Eidechse. Ich vermisste mein heimisches Wasserbett. Selbst die zahlreichen, schrecklich nach Weichspüler miefenden Hotelbetten hätte ich ohne zu zögern gegen dieses Lager eingetauscht. Es war widerlich. Außerdem krabbelten andauernd winzige Wüstenkäfer in meine sonst so makellos gepflegten Haare. Alleine der Gedanke daran hielt mich wach – es hätte die Nachwirkungen des Kaktussaftes wohl kaum gebraucht. Immerhin war ich nun etwas weniger durstig.


    Als sich die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden zweiten Tages hinter dem Horizont hervorwagten, gab ich es schließlich auf, schlafen zu wollen. Ich würde es schon aushalten, schließlich hatte ich nicht selten auch bei schlimmstem Jetlag stundenlang Tag und Nacht durchgearbeitet. Am erbeuteten Schild hatte sich Kondenswasser gebildet, dass ich gierig ableckte. Wie ein Tier, dachte ich. Tiere und Kinder sorgten stets für beste Quoten, insofern war das okay. Ich schob das Schild beiseite. Es war schwer und ich konnte keinen Ballast gebrauchen, insofern entschloss ich mich, es an Ort und Stelle zu lassen. Mit noch etwas betäubten Gliedern stand ich auf. Kleine, schwarze Vögel hatten sich mittlerweile daran gemacht, die langsam zu riechen beginnenden Leichen nicht weit von mir Stück für Stück aufzupicken. Ein grässliches Schauspiel. Aber gut, für mich war es Zeit, endlich feste Nahrung zu finden. Es mochte, gerade in diesem geschwächten Zustand, einen ganzen Tagesmarsch dauern, aber ich hatte keine Alternative. Zielstrebig hielt ich auf einen Steilhang zu, hinter dem ich einen kleinen Wald vermutete. Von dort waren die beiden Tribute, die mich überrascht hatten (oder besser: die ich überrascht hatte) zum Kakteenfeld gekommen – und an ihren Schuhen klebten noch einzelne Grashalme. Stundenlang schien ich dem Felsmassiv wie einer Fata Morgana nachzujagen. Mehrmals legte ich eine Pause ein, um mich nicht zu sehr zu verausgaben.


    Die Sonne hatte ihren Zenit längst passiert, als ich endlich die schmalen Serpentinen der Felswand erreichte. Kleine, dunkle Höhlen führten ins Felsinnere, aber ich wollte mich nicht in eine mögliche Falle begeben, also hielt ich mich am Weg. Und doch: Ich fühlte mich nicht sicher. Ich wusste, wann ich beobachtet wurde. Und dieses Gefühl war diesmal so eindringlich, dass ich nur hoffen konnte, dass… Plötzlich sah ich, dass mein Schatten nicht mehr allein war. Lang und schmal ragte er vor mir auf – doch etwa auf Höhe meiner Schienbeine endete der Körper eines weiteren Mannes. Dann bemerkte ich das Atmen. Ich hatte dieses Keuchen zunächst für mein eigenes gehalten. Mit einem spitzen Schrei rannte ich, die letzten Kräfte mobilisierend, so schnell ich konnte den Berg hinauf. Erst nach einer Minute blickte ich mich um – und merkte, dass ich eine ordentliche Strecke zwischen mich und meinen Verfolger gelegt hatte. Es handelte sich um Dennis Bergkamp, den legendären holländischen Schattenstürmer. Offenbar war er ein längst nicht so guter Hungerspieler wie Fußballer, denn er wirkte ziemlich geschwächt und müde. Auf Knien hockte er im Staub, während ich bald wieder auf dem Plateau war und die Wüste hinter mir lassen konnte. Ich richtete meinen Blick wieder nach vorne. Wenn das hier vorbei war, würden sie alle im Staub liegen.

  • Bild dir deine Meinung - V



    Es war ein Wald, ja, aber es war kein Dschungel. Breite, ausgetretene Pfade zogen sich wie Straßen durch das Strauchwerk. Immerhin, die Vegetation war ansehnlicher als noch auf der tieferen Wüstenebene. Bäume mit gezackten Blättern säumten den Weg. Manche Sträucher trugen kleine, bunte Beeren, die jedoch meist von einer Vielzahl sehr spitzer Stacheln geschützt waren. Ich beschloss, zunächst nicht zu versuchen, an sie heran zu gelangen. Vielleicht traf ich ja bald auf Tribute, deren Vorräte ich erbeuten könnte... Oder ich könnte sie überlisten, mit mir zu teilen. Wobei ich als Gegenleistung recht wenig anzubieten hatte. Alle meine Asse hatte ich nicht im zerissenen Hemdsärmel, sondern draußen in einer bunten und stumpfen Welt, in der Idioten viel Geld dafür zahlten, dass man sie wie Idioten behandelte. Diese Welt war brutaler. Fairer. Anders.


    Es dämmerte bereits, als ich die kleine Gruppe entdeckte. Sie hatten auf ein paar Matten ein Lager aufgeschlagen, drei Personen, ein merkwürdiger Dinosaurier, ein etwas farblos aussehender Mann und ein Schwarzer, der aussah, als wäre er ein Junkie aus der Bronx. Die drei waren keine Distriktkollegen, das sah ich ihnen an. Außerdem hatten sie wohl derzeit keine Waffen zur Hand. Offenbar schmiedeten sie lediglich eine friedfertige Allianz für die Nacht – und nach den Ereignissen der letzten 24 Stunden war das alles, was ich wollte.
    „Und dann meinte Gott so: Ey, Zombie-Babsi, ich bin Baumschubser! Und dann hat er einfach einen fetten Ahorn gegen die Babsi geschubst und zack! Das war’s mit der Titelverteidigung.“ Der Dino – ich schätzte ihn auf einen Megalosaurus, seit den Neunzigern eigentlich ausgestorben – schien die anderen mit seinen Geschichten etwas aufmuntern zu wollen. Während der eine der beiden Beisitzer nur höflich lächelte, stieß ihm der Bronxtyp kumpelhaft in die Seite und murmelte etwas von „alter, du hast den selben Job wie Gott!“ und „wenn ich auch mal nen Job kriege, dann hoffentlich als Baumschubser, yo“.


    „Komm her, Mann mit Bart! Du hast gerade Earl Sinclairs Geschichtenrunde verpasst!“ Der Dino im rotkarierten Dress hatte mich offenbar entdeckt. Ich trat aus dem Dickicht hervor. „Guten Abend“, sagte ich freundlich. „Das hier ist Terrence, und mein Freund rechts hier…“ Sinclair packte den Schwarzen an der Schulter. „Heißt Jonny, aber er hat noch so einen komischen Spitznamen. Und wer bist du?“ „Ich bin Kai Diekmann“, erwiderte ich, verblüfft, dass man mich nicht kannte. Aber gut, welches Bildungslevel erwartete man von einem Penner und einem Dinosaurier. Der Mann, der Terrence hieß, sagte nach wie vor nichts.
    „Wir haben uns gerade gruselige und spannende Geschichten erzählt“, verriet Sinclair. „Setz dich zu uns und erzähl uns eine Geschichte, die du kennst, Kai!“ Diese Freundlichkeit tat gut. Wann hatte ich so etwas zuletzt erlebt? Als Chef der Bildzeitung sind nicht viele Leute freundlich zu dir. Das beruhte allerdings auf Gegenseitigkeit.
    Jonny rückte etwas zur Seite. Ich setzte mich und komplettierte den Kreis. Irgendwo im Hintergrund schrie ein Käuzchen.


    „Okay“, fing ich an. „Meine Geschichte ist das Märchen vom bösen Wulff – und das geht so. Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Wulff, der durch Niedersachsen streifte und eigentlich ganz lieb war. Hin und wieder lief er aus seinem Niedersachsen heraus über die Atlantik-Brücke und traf sich dort mit vielen einflussreichen Persönlichkeiten. So wurde der Wulff selbst auch schnell einflussreich und ging in die Politik. Allerdings hatte der Wulff ein Problem: Er hatte viele reiche Freunde, aber war selbst nicht reich genug, um seiner Wulffin Bettina zu bieten, was sie wollte. Er hatte Angst, sie an einen Luchsus zu verlieren. Auch der lebt in den Wäldern des Einflussreiches – ähm, in Niedersachsen – und deswegen nahm der Wulff Geschenke an. Das durfte er aber nicht, weil die Götter der Politik ihm das verboten hatten. Das ging so weit, dass seine Gegner dafür sorgten, dass er von der Justiz angefallen wurde, einem miesen, kleinen Wadenbeißer. Und der Wulff jaulte auf, denn nun stürzten sich auch die Medien auf ihn und er konnte und wollte nicht verstehen, was er denn Böses getan hatte. Irgendwann rief er dann einen tapferen Zeitungsmacher über eine Voicenachricht dazu auf, ihm wenigstens die Medien vom Hals zu halten. Aber der Zeitungsmacher wusste, dass der Wulff Unrecht getan hatte, und deshalb wollte er dem bösen Wulff nicht helfen. Also blieb ihm nichts Anderes übrig, als zurückzutreten. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lügt er auch noch heute.“


    Erwartungsvoll blickte ich in die Menge – und starrt in ausdruckslose Gesichter. Dann begann Jonny zu grinsen. „Ich hab kein Wort verstanden, nice“, meinte er und hob die Hand zum High Five. Ich schlug ein. Charme und gut erzählte Geschichten waren nie meine Stärken gewesen.

  • Edit: Hab jetzt ne Nacht drüber geschlafen, und das Ding hier gefällt mir nicht, es macht keinen Sinn. Das richtige Kapitel 6 kommt gleich, ich lass das hier aber trotzdem im Forum.


    Und so beginnt das Ende von Lisas Reise. Die Entwicklung ist etwas plötzlich, mir persönlich gefällt sie auch nicht besonders, aber dadurch dass es jetzt so schnell ging, musste ich irgendwie zu meinem Ende kommen. Diese Entwicklung sollte idealerweise mit dem Tod von Fetch eintreten, aber das sollte nun mal nicht sein. Schade eigentlich, Lisas Malbuch ist auch nicht wirklich zum Einsatz gekommen, das wäre bei ihrem nächsten Kill sehr schön gewesen. Aber gut, Finale gibt es dann irgendwann nachdem ich gepennt habe. Hoffe das Kapitel ist nicht zu schlecht.


    Kapitel 6: Ich bin Lisa. Lisa Goodman.



    „Und dann...und dann, hat Dax angefangen zu schnurren, als ob er nur eine dämliche Katze wäre. Nur so aus Spaß, man war das lustig. Aber jetzt muss ich weiter, die Hitze macht mir zu schaffen, wenn ich nicht bald Wasser finde, sterbe ich hier noch so wie du es bald wirst. Nett dich gekannt zu haben...wie war nochmal dein Name?“ Die kleine Lisa hatte Niemandem ihren Namen gesagt bislang, darüber, ob das irgendwelche tieferen Gründe hatte, kann ich nur spekulieren, aber da sie eh nicht bekannt war, konnte es dafür keinen triftigen Grund geben. „Ich bin Lisa. Auf ein baldiges Wiedersehen.“ „Nun, dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Ich zünde am Ende der Spiele ne Kerze für dich an. Wobei, das ist mir zu heiß. Naja, irgendwas wird sich schon finden, Sarg wird glaub ich schwierig, egal, machs gut.“ Was...meint es damit? Die Andeutungen des Axolotls gefielen Lisa überhaupt nicht. Das waren nicht die aufgeblasenen Worte, die es sonst den Tag über von sich gegeben hatte. Das schien...die Wahrheit zu sein. Werde ich hier sterben? Der Gedanke schien Lisa nicht zu gefallen. Erstaunlicherweise, wenn sie mich fragen. Vor 2 Tagen hätte das Lisa Goodman vermutlich völlig kalt gelassen, doch nun kam sie ins Grübeln. Sie wollte nicht sterben. Ihr Leben war ihr nicht egal. Ihr Leben war ihr NICHT egal. Das sollte selbstverständlich sein, aber Lisa traf diese Selbstverständlichkeit wie ein Donnerschlag. SIE WOLLTE LEBEN. Wann ist mir mein Leben wichtig geworden? Was ist aus mir geworden? Sie fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht, das Mädchen war sichtlich verwirrt. Wer bin ich? Was mach ich hier? Es war, als wäre sie aus einem Traum erwacht. Zum ersten Mal nach einem Jahr war Lisa Goodman wieder ein Mädchen. Ein blondes Mädchen, in einer Arena voller Mörder. Sie war wieder das Mädchen, das auf dem Schoß ihrer Mutter saß und Pudding löffelte. Sie war wieder das Mädchen, das bis spät Abends mit ihren Freundinnen draußen herumtollte. Sie war wieder das Mädchen, das seine Eltern verloren hatte. Tränen stiegen ihr in die Augen. Zum ersten Mal weinte Lisa Goodman. Sie weinte und weinte und weinte. Und während sie weinte, erinnerte sie sich an den Therapeuten. Sie erinnerte sich an den armen Journalisten, sie erinnerte sich an das Glumanda. Ihr wurde schlecht. Was ist aus mir geworden? Wer bin ich das letzte Jahr über gewesen? Lisa verzweifelte, es fiel ihr schwer, das Alles auf einmal zu verarbeiten. Lisa Goodman war wieder menschlich. Das hätte ein Grund zur Freude sein sollen, doch in dieser unmenschlichen Umgebung sollte diese Sinneswandlung ihr Untergang sein. Goodmans Stärken lagen in ihrer Finesse, in ihrem taktischen Kalkül. Ihre unmenschliche Ruhe hatte sie stark gemacht. Jetzt, in diesem Moment, war sie nur ein heulendes Mädchen unter Bestien.


    Nach 30 Minuten, in den sich Lisa Goodman noch immer nicht gefangen hatte, sollte eine dieser verbliebenen Bestien ihren Auftritt haben. Terminator Blume. „Wie lautet dein Name, Blümchen?“ Erschrocken drehte sich das Mädchen in die Richtung des Terminators, sie wirkte wie ein ängstliches Kätzchen. „Dein Name.“ „Lisa Goodman, Sir.“, wisperte Lisa vor sich hin. „Ich kann dich nicht hören.“ „Lisa Goodman, Sir.“ „Ist das wirklich dein Name?“ „Ja.“ „Die Tochter von White Goodman?“ Er kennt meinen Vater? „Ja.“ „Hm. Dein Vater war ein guter Mann.“ Warum sagen mir das so viele? Er war kein guter Mann... „War er nicht?“ Verdammt, das habe ich laut gesagt. „Nun, da magst du Recht haben. Aber er hat sich letztes Jahr nie an Unschuldigen vergriffen. Er war ein Mensch unter Bestien. Er hatte vermutlich seine Fehler, aber er ist nie zu einem Monster geworden. Zumindest nicht komplett.“ Er hat Recht. Ich bin schwächer als er. Der Schlag saß noch tiefer als der Vorherige. Für Lisa Goodman war ihr Vater immer der Inbegriff des Versagers gewesen, eine Stufe, auf die sie sich niemals herabsetzen würde. „Ich habe den Tod verdient.“ „Was murmelst du da schon wieder vor dich hin?“ „ICH HABE DEN TOD VERDIENT!“ Lisa schrie es mit voller Kehle hinaus. „Du bist noch ein Kind. Kinder machen Fehler. Was auch immer du getan hast, den Tod verdienst du dafür nicht.“ „ICH HABE MENSCHEN GETÖTET. ICH HABE EIN POKEMON GETÖTET. UND ES HAT MIR GEFALLEN. ICH HABE MICH...lebendig gefühlt.“ Lisa weinte bitterlich. Und da nahm der Terminator sie in die Arme. „Und doch bereust du es nun. Ich verstehe von Emotionen nicht viel, aber Kinder verdienen den Tod nicht. Jetzt, in diesem Moment, bist du kein Monster. Du bist nur eine weinende, verwirrte Blume. Ich kann dir nicht versprechen, dass du es hier lebend raus schaffen wirst, keiner kann das. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: Was auch immer du getan hast, was auch immer dich dazu getrieben hat, das alles ist Vergangenheit. Du bist Lisa Goodman. Nichts weiter.“ Lisa entwand sich aus der Umarmung, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und antwortete mit fester Stimme: „Du hast recht. Ich bin Lisa, Lisa Goodman. Nichts weiter.“ „So ist es Recht. Ich ziehe dann weiter, ich muss meinen Auftrag erfüllen. Hoffentlich sieht man sich mal wieder. Überlebe.“ „Du auch.“ Nach dieser herzlichen Verabschiedung ging die Killermaschine, welche ironischerweise das wohl menschlichste Tribut war, von Dannen. Lisa näherte sich dem einzigen Wald der Arena und legte sich unter einen Baum, vor sich hin grübelnd. Ich kann meine Fehler nicht wieder gut machen. Ich kann sie nicht rückgängig machen. Als so eine Stunde vergangen war, fasste Lisa einen Entschluss, der ihr Untergang sein sollte: Es gibt etwas, das ich ändern kann. Auch wenn es nur klein ist, so ist es doch der erste Schritt. Ich muss Fetch finden und mich für meine Taten entschuldigen...

  • „Meine Geschichte ist das Märchen vom bösen Wulff [...]


    Er hatte Angst, sie an einen Luchsus zu verlieren.


    Du bist nur eine weinende, verwirrte Blume.


    An den Stellen musste ich dann doch gut schmunzeln. Danke für die Rettung dieses recht bescheidenen Morgens! Schöne Stories. Auch wenn mir (zugegeben, den Umständen geschuldet), Lisas Entwicklung nicht ganz so zu gefallen weiß. Auf der einen Seite ist es schön, dass sie wieder menschlicher wird, aber war halt ein schöner Charakter, dieses fiese, kleine Biest. Geschrieben sind die Texte wieder mal hervorragend!







    Kapitel Zehn – Schlaflos in Gobi


    Jetzt sitze ich hier auf einem Haufen weiß-roter Bälle. Der Kerl, der mich damit beworfen hat, ist über alle Berge und seitdem habe ich keine Menschenseele hier gesehen. Allmählich zweifle ich wirklich, ob es eine kluge Entscheidung war, den Wald zu verlassen. Vielleicht sollte ich einfach zurückgehen? Ich meine, ein halber Tagesmarsch. Was ist das schon? Die Nächte hier sind auch kalt. Echt kalt. Und das geht mir sicher nicht nur so, weil ich eine Frau bin. Bei diesen Temperaturen würde sicher jeder frieren. Ich habe ja schon oft gehört, dass sich die Wüste nachts stark abkühlen soll, aber glauben wollte ich das nie. Wie widersprüchlich ist das auch bitte? Tagsüber brutzelt man leidig vor sich hin und nachts friert man sich Alles ab? An den Polen ist es wenigstens konstant kalt, aber das hier ist einfach nur wahnwitzig.
    Ich muss schmunzeln. Keine Ahnung wieso. Vielleicht, weil ich früher immer „die Harte“ war. Wenn man Bruder mich jetzt sehen könnte. Sicher würde er mich auslachen. Zusammengekauert. Zitternd. Bibbernd. Vermutlich würde er mich auslachen. Aber er wäre hier…. Scheinbar drückt die Kälte mir ziemlich die Laune. Vielleicht ist es auch die Einsamkeit hier. Selbst wenn die letzten Tribute mich genervt haben, ist es wohl doch ganz schön gewesen, jemanden um sich herum zu haben. Die Zeit in Curtain Cay war einsam genug. Tagein. Tagaus. Nur Augustine. Und ihr „Training“. Ich habe es gehasst. Aber wer würde das nicht, wenn er im Knast sitzt? Verzeihung… „Trainingscenter“. Scheiße. Meine Füße fühlen sich allmählich etwas taub an. Bewegung, Fetch. Bewegung. Oder ein Feuer. DAS ist eine gute Idee. Ich schaue mich um nach etwas trockenem Holz. Aber ich bin in der Wüste. Wenn überhaupt gibt es hier ein paar trockene Heubüsche. Und womit ich Feuer machen soll, weiß ich auch nicht so recht. Dennoch starte ich einen Versuch. Und noch einen. Und noch einen. Und noch einen. Und noch einen. Vergebens. Moses hat es ja leicht gehabt. Ihm wurde einfach so ein brennender Busch dahin gestellt. Aber was soll aus mir werden? Diese bröckeligen Steine und die trockenen Büschel sind offensichtlich leider nicht dazu geeignet, ein Feuer zu entfachen. Oder ich mache irgendwas falsch. Woher soll ein Stadtmensch auch wissen wie man korrekt ein Feuer entzündet?
    Also bette ich mich nach zahllosen Fehlschlägen schließlich zur Ruhe. Richtig einschlafen kann ich zwar nicht, aber auch so klingt ein Päuschen gar nicht so schlecht. Morgen früh in der Dämmerung mache ich mich auf den Weg zurück in den Wald. Wer weiß, wo hier der Ausgang liegen mag? Wenn es überhaupt einen gibt. Ich bin jetzt seit…ich weiß es gar nicht genau….ich glaube, seit drei Tagen hier und habe jegliche Orientierung verloren. Jedes Zeitgefühl. Mit etwas Glück finde ich morgen noch den Weg zurück zum Wald. Wahrscheinlich stehen meine Überlebenschancen dort wesentlich besser als hier im Nirwana.



    #FreeKani

    Einmal editiert, zuletzt von Mani ()

  • Falls der Edit oben übersehen wurde, ich nehme jetzt diese Version als Kapitel 6. Die Entwicklung oben war mir zu plötzlich und irgendwie zu gewollt. Es hat keinen Sinn ergeben. Nicht alles hat ein Happy End.


    Kapitel 6: Herz aus Stahl.



    „Und dann...und dann, hat Dax angefangen zu schnurren, als ob er nur eine dämliche Katze wäre. Nur so aus Spaß, man war das lustig. Aber jetzt muss ich weiter, die Hitze macht mir zu schaffen, wenn ich nicht bald Wasser finde, sterbe ich hier noch so wie du es bald wirst. Nett dich gekannt zu haben...wie war nochmal dein Name?“ Die kleine Lisa hatte Niemandem ihren Namen gesagt bislang, darüber, ob das irgendwelche tieferen Gründe hatte, kann ich nur spekulieren, aber da sie eh nicht bekannt war, konnte es dafür keinen triftigen Grund geben. „Ich bin Lisa. Auf ein baldiges Wiedersehen.“ „Nun, dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Ich zünde am Ende der Spiele ne Kerze für dich an. Wobei, das ist mir zu heiß. Naja, irgendwas wird sich schon finden, Sarg wird glaub ich schwierig, egal, machs gut." Was...meint es damit? Die Andeutungen des Axolotls gefielen Lisa überhaupt nicht. Das waren nicht die aufgeblasenen Worte, die es sonst den Tag über von sich gegeben hatte. Das schien...die Wahrheit zu sein.Werde ich hier sterben?Der Gedanke schien Lisa nicht zu gefallen. Erstaunlicherweise, wenn sie mich fragen. Vor 2 Tagen hätte das Lisa Goodman vermutlich völlig kalt gelassen, doch nun kam sie ins Grübeln. Allerdings nicht besonders lange. Um über etwas so banales nachzudenken, hatte sie auch Zeit , wenn sie hier raus war oder zumindest Fetch erledigt war. Ich brauche mehr Verbündete, Je mehr Leute mir vertrauen, desto besser. Und so wanderte die kleine Lisa durch die Wüste, immer Ausschau haltend nach anderen Tributen.


    Nach 30 Minuten, in denen Lisa Goodman noch immer nichts gefunden hatte, sollte eines der verbliebenen Opfer seinen Auftritt haben. Terminator Blume. Gut, er wird mich vermutlich gleich rufen, wie gehe ich vor? Am Besten funktioniert Angst, zumindest bei Erwachsenen. Aber das ist ein Roboter. Nun, probieren geht über studieren. „Wie lautet dein Name, Blümchen?“ Erschrocken drehte sich das Mädchen in die Richtung des Terminators, sie wirkte wie ein ängstliches Kätzchen. „Dein Name.“ „Lisa Goodman, Sir.“, wisperte Lisa vor sich hin. Perfekt, wenn er da widersteht, ist er noch herzloser als ich. „Ich kann dich nicht hören.“ „Lisa Goodman, Sir.“ „Ist das wirklich dein Name?“ „Ja.“ „Die Tochter von White Goodman?“ Er kennt meinen Vater? „Ja.“ „Hm. Dein Vater war ein guter Mann.“ Warum sagen mir das so viele? Er war kein guter Mann... „War er nicht?“*Verdammt, das habe ich laut gesagt. Wobei, es könnte sogar geholfen haben.*„Nun, da magst du Recht haben. Aber er hat sich letztes Jahr nie an Unschuldigen vergriffen. Er war ein Mensch unter Bestien. Er hatte vermutlich seine Fehler, aber er ist nie zu einem Monster geworden. Zumindest nicht komplett.“ Das ist der größte Mist, den ich bislang hören musste. Aber gut, wenn ich noch mehr Mitleid will, fehlt nur noch ein Schritt. „Ich habe den Tod verdient.“ „Was murmelst du da schon wieder vor dich hin?“ „ICH HABE DEN TOD VERDIENT!“ Lisa schrie es mit voller Kehle hinaus. Woah, da habe sogar ich Gänsehaut. „Du bist noch ein Kind. Kinder machen Fehler. Was auch immer du getan hast, den Tod verdienst du dafür nicht.“ „ICH HABE MENSCHEN GETÖTET. UND ES HAT MIR GEFALLEN. ICH BIN EIN MONSTER!“ Jetzt noch heulen. Lisa weinte bitterlich. Und da nahm der Terminator sie in die Arme. „Und doch bereust du es nun. Ich verstehe von Emotionen nicht viel...“ Das merkt man. „aber Kinder verdienen den Tod nicht. Jetzt, in diesem Moment, bist du kein Monster. Du bist nur eine weinende, verwirrte Blume. Ich kann dir nicht versprechen, dass du es hier lebend raus schaffen wirst, keiner kann das. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: Was auch immer du getan hast, was auch immer dich dazu getrieben hat, das alles ist Vergangenheit. Du bist Lisa. Nichts weiter.“ Lisa entwand sich aus der Umarmung, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und antwortete mit fester Stimme: „Du hast recht.“ Nun, den habe ich eindeutig für mich gewonnen. „So ist es Recht. Ich ziehe dann weiter, ich muss meinen Auftrag erfüllen. Hoffentlich sieht man sich mal wieder. Überlebe.“ Jetzt noch in leiser Stimme: „Du auch.“ Nach dieser herzlichen Verabschiedung ging die Killermaschine, welche ironischerweise das wohl menschlichste Tribut war, von Dannen. Zurück blieb Lisa Goodman. Zurück blieb ein Mädchen, das an diesem Tage ihre Chance auf Rettung verspielt hatte. Zurück blieb eine Bestie unter Menschen. Und diese Bestie begab sich nun in den Wald, an welchem alles sein Ende finden sollte. Doch davon ahnte die kleine Lisa nichts, als sie sich unbeschwert unter den nächstbesten Baum legte und ihre Ränke für den nächsten Tag schmiedete.

  • Überschrift




    Als könnte ich sie vertreiben. Babsi musste über sich selbst schmunzeln. Wie sie da stand - mit zusammengekniffenen Augen und bestmöglichen BitchFace die Sonne anstarrend. Der Feuerball jedoch brannte erbarmungslos weiter und ließ unbeeindruckt die Luft am Horizont flimmern. „Mehr ein Glutofen, weniger eine Arena“ Leicht ungläubig schaute sie zum Schaf und wischte sich einen Schweißtropfen von der Nasenspitze: jetzt spreche ich schon mit Schafen


    Babsi beschloss Rast zu machen. Ein entbehrungsreicher Weg lag hinter ihr, es war die reinste Odyssee entlang der Dünen die ihr Schatten spendeten. Der Fußmarsch zerrte an ihren Kräften, es war ermüdend und frustrierend immer wieder im heißen Sand zu versinken. Sie sehnte sich nach einem Festen Untergrund, fast so sehr wie nach Wasser. Erschöpft ließ sich Babsi in den Wüstensand fallen: Nichts weiter als endlose Abfolgen von Dünen. Ein Sandhügel hinter einem noch größeren Sandhügel. „Guck dir diese Scheiße an…“ nachdenklich glitt ihr blick über die unwirkliche Landschaft die in der flackernden Wüstenluft lebendiger wirkte, als sie wirklich war. „Und was machen wir beide jetzt?“ Babsi wusste sie würde keine Antwort erhalten, aber sie hatte sich angewöhnt laut zu denken. Es war beruhigte zu wissen, dass sie nicht allein war.
    Es folgten einige Sekunden in absoluter Stille. Nur der Wind war zuhören, wie er über die Dünen zog und den Sand mit sich trug. Keine Antwort ist auch eine Antwort dachte Babsi, während sie das Tuch von ihrem Kopf wickelte und sich damit das Gesicht säuberte. Dann nahm sie einen Schluck Wasser aus der Feldflasche und verzog das Gesicht. Das Wasser war warm und schmeckte abgestanden und viel hatte sie nicht mehr übrig. Glücklicherweise kannte sie einige Tricks um sich Wasser zu beschaffen, doch ist die so erbeutete Menge ehr bescheiden. Es war ein mühsames Unterfangen, die sich nachts in Bodennähe bildenden Tautropfen einzufangen. Verglich man den Aufwand mit dem Ertrag, standen diese beiden Größen oft in keinem fairen Verhältnis zueinander.
    Plan B war das Schaf. Babsi würde das Schaf töten müssen um dann das Blut zutrinken. Blut besteht zu ca. 90% aus Wasser und durch die Adern des Schafes flossen vielleicht drei bis vier Liter davon. Das könnte ihr einen zusätzlichen Tag verschaffen. Kein schöne Vorstellung aber eine Option.


    Für eine Weile verharrte Babsi im Schatten der Düne, geschützt vor Wind und neugierigen Blicken.
    Langsam richtete sie sich wieder auf und warf das kastanienbraune Haar zurück, um es anschließend wieder unter dem Tuch verschwinden zulassen.
    Es war kühler geworden. Das Licht der tiefstehenden Sonne war sanfter und ließ die Schatten der Dünen um ein vielfaches wachsen. Babsi beobachtete den aufgewirbelten Sand, der etwas Magisches an sich hatte im tiefen Orange der untergehenden Sonne, während sie sich ein zweites Tuch vor den Mund wickelte, so das nur ihre eisblauen Augen im Gewirr aus Tüchern und einzelnen Haarsträhnen zuerkennen waren. Dann lief sie los.


    Es war deutlich angenehmer in der kühlen Nacht zulaufen. Sie kam zwar nicht schneller voran aber die unerträgliche Hitze vermisste sie nicht. „Ok mein Guter, hilft ja nichts. Wir müssen…“ Babsi stoppte plötzlich und ging tief in die Hocke. Sie konnte in der Ferne Gelächter vernehmen und versuchte einzuordnen, aus welcher Richtung das Lachen kam. Es war leise, kaum zu hören. "Sie sind nicht in unseren direkten nähe. Das ist gut. Denke ich zumindest“. Babsi schaute zum Schaf und deutete ihm sich ruhig zu verhalten, bevor sie sich auf allen vieren langsam in Richtung des Lachen bewegte. Das Gelächter war mittlerweile verstummt als Babsi vorsichtig über die Düne schaute und die zwei Männer beobachtete. Sie schienen unbewaffnet und erschöpft vom Tag. Sieht nicht so aus, als würden sie viel Kraft für einen Kampf aufbringen können. Babsi überlegte einige Minuten und entschloss sich das Risiko einzugehen. Sollte die Männer sie angreifen, müssten sie zuerst die Düne erklimmen und das kostet Kraft. In der Zwischenzeit wäre ich über alle Berge. Selbstsicher richtete Babsi sich auf und wartete eine erste Reaktion der Männer ab, dann bewegte sie sich langsam auf die beiden zu…

  • Bild dir deine Meinung – VI



    Hätte ich eine solche Geschichte in den Druck gegeben, ich hätte mir einer Presserüge sicher sein können. Hier, im schattigen Dickicht der Hunger-Games-Arena, machte sie mich zu einem Verbündeten dreier Tribute, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Der Dino Sinclair mit seiner einnehmenden, väterlichen Art, der verpeilte Jonny – sie beide waren hier, um zu töten, und doch wirkten sie an diesem Abend so herzensgut. Nur Terrence Truman maßte ich mir nicht einzuschätzen an. Seine kühle, abwartende Haltung war die eines scharfsinnigen Taktikers, der nur auf seinen Vorteil aus war. So gerne ich in der Öffentlichkeit auch den Lautsprecher gab – hinter den Kulissen war eigentlich das meine Rolle. Am nächsten morgen war die ganze Vierergruppe gut erholt. Jonny und Truman machten ihre Scherze auf Kosten des Spielprinzips. „Bitte, töte mich einfach nur! Nie wieder will ich Geschichten von Baumschubsern hören müssen!“, jaulte Truman augenzwinkernd auf. Jonny gab ihm die bewährte Brofist und gluckste. „So, Jungs, ich hab noch was zu earledigen!“ Earl Sinclair verabschiedete sich. Er ließ offen, worum es sich handelte, was er noch zu erledigen hatte – auch seine Miene verriet nichts über seine Pläne. Ich beschloss, dass es auch für mich Zeit war, auf eigene Faust weiterzuziehen. „Macht es gut! Und viel Glück beim Überleben!“ Jonny reckte mir einen Mittelfinger entgegen, schien es aber freundlich zu meinen. Truman nahm mich kurz beiseite. „Hör mir zu. Ich bin nicht hier, um Freundschaften zu schließen. Aber unter den restlichen Tributen finden sich Personen mit beträchtlicher Macht. Ich möchte wissen, ob ich auf deine Hilfe zählen kann, wenn wir einem dieser Tribute gegenüberstehen.“ Ich zögerte. Ich kooperierte nicht gerne mit irgendwem, zumal ich mir schwerlich vorstellen konnte, wie diese mächtigen Tribute aussehen sollte. Ich beließ es bei einem Nicken.


    Den Rest des Tages streifte ich durch den Wald auf der Suche nach Nahrung, Waffen und anderen Tributen. Ich schlürfte schmutziges Wasser aus kleinen Rinnsalen und aß widerlich saure Beeren, doch all das war nötig, um mich nicht noch näher an den Hungertod zu treiben. Gegen Nachmittag entdeckte ich etwas an einem dornigen Strauch. Etwas Weißes. Weiches. Eindeutig…
    „Määäh!“ „Psst, du scheuchst sie noch auf!“ Ich kämpfte mich einige Meter durchs Gebüsch, bis ich bessere Sicht hatte auf das, was nicht weit von mir vor sich ging. Einen steil abfallenden Pfad hinab wanderte niemand Geringeres als Babsi mit ihrem Schaf. Das vielleicht leichteste Ziel dieser Spiele neben der kleinen Lisa Goodman – und idealer Eye Candy für die Zuschauer da draußen. Ich würde sie am Leben lassen, sie und ihr Lämmchen. Warum durfte sie das überhaupt dabei haben? Wurde sie disqualifiziert, wenn ihr das weiße Wollknäuel wegstarb? Oder umgekehrt? Konnte man sie vielleicht qua Schafsmord mittöten? Ich wusste es nicht. Aber wie gesagt, die Babsi war harmlos und hübsch anzusehen, wenn ich sie töten musste, konnte ich das auch zum Schluss tun. Aber wahrscheinlich würde das sowieso jemand Anderes übernehmen. Aber ich sollte noch ein Interview mit ihr führen, bevor sie starb. Flink kletterte ich über Wurzeln und Strauchwerk zu den beiden unschuldigen Lebewesen. „Frau Babsi, haben Sie kurz Zeit für ein Interview mit der…“


    „Iiih! Ein hässlicher Affenmann!“ Babsi hatte mich erblickt – und war sehr frech. Gar nicht damenhaft. Offenbar hatte ich, inzwischen ziemlich lädiert von den Spielen, sie ziemlich erschreckt. So schnell sie ihre schmalen Beinchen trugen machte sie sich aus dem Staub – nur, um nach etwa zehn Metern der Flucht über eine Wurzel zu stolpern und weinend liegen zu bleiben. Das Schaf leckte ihr dabei tröstend übers Gesicht. Ich zuckte mit den Achseln und ging in die entgegengesetzte Richtung davon. Das Geräusch von Feuerwerk ertönte, Silhouetten der gefallenen Konkurrenz bedeckten den Himmel. Ich sah neben Dennis Bergkamp auch das freundliche Gesicht des wirren Professors aus Distrikt 11. Ich war wohl nun der letzte Verbliebene der unsrigen. Noch hatte ich kein Nachtlager, vielleicht sollte ich zu Jonny und Truman zurückkehren… Plötzlich legte sich eine Hand auf meine Schulter.

  • Terrence Truman und das Jucken im Nacken


    Mehr und mehr fühle ich mich hier wohl, so wohl, dass es paradoxerweise schon wieder unangenehm ist. Oder zumindest sollte es unangenehm sein. Hier, abseits von Regeln und Scham, abseits von Pflichten und Befehlen, gedacht und ausgesprochen von den Wesen mit den langen, karabinerformgebogenen Krallen und dem ätzend toxischen Blut, welches sich in binnen von Millisekunden durch sämtliche Hautschichten frisst und spürbar jedes Molekül einzeln verkrüppelt und schändet. Hier bin ich Teil eines Schmuckstücks der grotesken Kunst, ein wahres Ekel, ein sich im Morast wühlendes, welzendes Ekel. Eklig aber glücklich. So glücklich, überwältigt und passioniert, dass es zunehmend schwerfällt, nicht vor Freude an der Kunst, zu weinen. Ist das Schwäche? Werde ich naiv? Wird mir meine Euphorie zum Verhängnis? Ich sollte wieder achtsamer sein, der Tod war nur außerhalb der Arena eine Verlockung. Eine süße Verlockung, einst prachtvoll und edel, heute sauer und chemisch, gar zum Verrücktmachen abstoßend und bitter. Nein, Ich werde nicht sterben, ich werde die Arena nicht verlieren. Sie ist wichtig, ein neues Zuhause. Ein Zuhause, welches ich nicht mehr aufgeben werde. Ich habe mich selbst verraten. Meine Prinzipien. Für diese Welt. Eine Welt in der ich wahre Empathie spühren kann, in der ich die Gedankenwelt anderer so intensiv wahrnehmen kann, wie einen Stich, eine Nadel, die sich tief durch die Brustmuskeln bohrt. Ein herrlich fremdes Gefühl.


    Doch Ich weiß nicht wer ich bin, ich fange an mich selbst zu vergessen.. Zu gut kenne ich die anderen, zu schlecht mich selbst. Ich gebe "Brofists", säubere Wunden anderer, ja Ich erzähle sogar Geschichten aus meiner Vergangenheit, von denen die anderen denken, sie seien erfunden. »Der Mann hatte nichts gefühlt, er hatte nicht die blasseste Ahnung, dass das die Augäpfel seiner Sekretärin waren, die er gerade aussticht.« In der Gruppe brach das Gelächter aus, »Truman man, das ist genial. Du solltest Horrorfilme drehen!« meinte StillTrying. Gänzlich übertieben fand das Ganzen Kai. Kai Diekmann. Der fand die Story witziger, in der besagter Mann, Mutter und Vater beim Akt ertappte. Oft auch nur einen der beiden. »Wenn das keine Spuren hinterlassen hat, dann weiß ich auch nicht.« Das Gelächter ging weiter und irgendwann waren alle Geschichten durch. Die Sekretärinstory musste ich an diesem Abend ganze drei Mal erzählen. Drei Mal.


    Aber gut. Ich bin schon wieder unkonzentriert und werde langsam müde. Ich sollte mich hinlegen. Hinlegen und schlafen. Morgen ist ein neuer Tag, ein neues Kapitel, eine neue Seite wird aufgeschlagen. Und sie wird spannend sein.

  • Was mache ich hier nur?


    Ich dachte hier geht es um Leben und Tod.


    Doch die ersten Tage lang rennen die Leute nur vor mir weg. Haben Angst gegen mich anzutreten. Ein Blick genügt und sie brechen in Angstschweiß aus. Ich hoffte darauf mein Leben hier zu verändern, mein Schicksal endlich von dem einer normalen Dose abheben zu können, doch was ist das hier für ein peinliches Herumgehüpfe? Leute vermeiden den Kampf, wollen wohl nicht durch mein Blech sterben. Fürchten mich. Selbst als ich mich an den muskulösen Typen gewendet hab, der noch am ehesten Aussah wie einer von Banes Jungs, wurde ich enttäuscht. Dabei habe ich doch die größte Erfahrung mit solchen Schlägern.


    Er schien die harte Schale aber auch nur vorzutäuschen. Fiel bei meinem Anblick auf die Knie und flehte mich an ihn zu erlösen. Ihn einfach schnell zu killen, kurz und schmerzlos. Natürlich gebe ich mich mit solch peinlichem Unsinn nicht ab, ich rollte gelangweilt davon, meine Lasche vor Fremdscham leicht runzelnd.


    Dann auch noch diese Durchsagen die ganze Zeit. Irgend ein komischer Kommentator kommentiert die langweiligen Ereignisse, und dann die nervige Reporterin, diese Einka Ninchen. Stets muss ich sie durch die Durchsagenhörner hören, wie sie die zum Interview aufruft, die ich eben noch in Todesangst versetzt habe. Auch mein Name ist irgendwann gefallen, was ich ignorierte wie das Wimmern des Muskelprotzes.


    Was für eine Clown Fiesta. Selbst bei Bane im Regal ging es mehr ab, viel Aktivität herrschte zwar nicht, doch wenn mal etwas passierte, dann richtig. Ich sah bereits, wie er irgend einem versagenden Schläger das Rückgrat brach, einfach so. Und hier, pfff, einfach nur lächerlich. Ich fühle mich unterfordert, kein einziger ist es wert meine Kraft aufzubrauchen. So auch diese komische Schafshirtin, Babsi hieß sie glaube ich. Kommt sie da einfach an mit einem Hirtenstab und droht mir. "Oh, ich habe ja solche Angst" meinte ich und rollte einfach meiner Wege, sie kaum beachtend.


    Dann traf ich einen abgemagerten jungen Mann mit einem Messer bewaffnet. "BLEIB STEHEN HE! KÄMPFE MIT MIR!" schrie er mir zu. Na endlich, die Hungrigen sind meist die Verzweifelten. Verzweiflung lässt einen ungeahnte Dinge vollbringen. Doch auch unkonzentriert werden. Er stürmte auf mich zu, ich blieb einfach stehen und wartete. Das Messer blitzte erstaunlich flink in meine Richtung, doch nichts was meine unfassbaren Reflexe nicht sofort aufnehmen konnten. Ich rollte mich ein kleines bisschen zur Seite und er stach in den Boden, verlor das Gleichgewicht, flog vor und bremste mit dem Gesicht an der Erde ab. Zum Sprung ansetzend fixierte ich ihn, die Rasierklinge immer noch unter der Lasche, doch dann bemerkte ich, dass der Typ ohnmächtig geworden ist. Oh man, so macht das doch keinen Spaß. Und so versank ich erneut in Langeweile.


    Nach einigen Stunden dann auch mal ein bekanntes Gesicht. Ra's al Ghul, in Gotham sehr bekannt. Bane sprach öfter von ihm, sie arbeiteten nicht zusammen, doch hatten scheinbar gemeinsame Feinde. Ich schloss mich also dem kriminellen Mastermind an und hoffte auf Action. Dann kam die Heulsuse von einem Muskelprotz dazu. Wie ihr euch vorstellen könnt, wurde sie mir nicht gegeben.


    Nach einigen Tagen traf ich wieder diese komische Babsi, und wieder ging sie auf mich los. Nicht mit mir Mädchen, langsam wirst du mir zu respektlos, dachte ich mir. Ein wenig Respekt musste also beigebracht werden, und so tat ich das, was ich am Besten konnte, aus der Rolle heraus gegen sie springen. Die Respektschelle erfüllte den halben Wald, sie drehte sich 1080 Grad in der Luft bevor sie auf dem Boden ankam. Eine Träne lief ihre Wange herunter. Und wieder zu erbärmlich um den letzten Stoß zu bekommen. Hach, ist das langweilig.


    Ich rollte weiter. Wann treffe ich endlich jemanden, der meine Anstrengung wert ist? Wird das überhaupt passieren? Was soll mich denn davor abhalten diese Spiele überhaupt zu gewinnen? Höchstens die Lustlosigkeit. Aussteigen kann ich aber auch nicht, das wird scheinbar mit dem Tod bestraft. Naja, noch gibt es jedenfalls keinen Grund mich anzustrengen.

  • Bild dir deine Meinung - VII



    „Ich bins nur.“ Es war Truman. Ich wollte schon mit großer Geste und scharfen Worten dazu ausholen, ihm die Meinung zu geigen, aber eine bestimmtes „Psssst!“ ließ mich dann doch verstummen, ehe ich überhaupt zu reden angefangen hatte. „Du bist immer so laut, Kai“, flüsterte eher. „Wer laut ist, weiß nie, wen er vielleicht anlockt.“ Ich ignorierte die fast philosophische Dimension dieses Statements und betrachtete argwöhnisch das merkwürdige Mannsweib, das vergeblich versuchte, sich hinter Truman zu verstecken. „Huhu“, machte es. Ich runzelte die Stirn. „Die Panzerin ist etwas deplatziert hier, ich geb’s ja zu“, flüsterte Truman noch leiser. „Aber sie ist absolut harmlos und mit ihrer Masse vielleicht ein gutes Schild.“ „Was, von der BILD!?“ Die unansehnliche Dame hatte offenbar nur die Hälfte verstanden. „Sie sind Kai Diekmann!?“ Ich nickte kurz. „Natürlich.“ „Uiui-uiuiuiuiui!“, machte die Panzerin. Truman beantwortete dieses unserer Mission – welche auch immer das sein sollte – nicht zuträgliche Verhalten mit einem sanften Bitchslap. „Entschuldigung, Terrence“, murmelte die Frau, die aussah, als würde man ihre Artgenossen für ihr Elfenbein jagen. Ich beschloss, sie von nun an völlig zu ignorieren und wandte mich wieder Truman zu. „Und was machen wir jetzt?“ „Tribute aufspüren, natürlich. Im Schutz der Dunkelheit… Insofern die uns noch schützt, wenn wir uns hier dermaßen aufführen.“ Ich nickte. Am besten kein Wort mehr verlieren, Truman war gereizt. „Folge mir, ich bin vielleicht einem der Großen auf der Spur.“


    So tat ich, wie mir geheißen, und heftete mich an die Fersen Trumans, während die Panzerin die Nachhut bildet. Bald darauf fiel Truman offenbar eine Besonderheit am Wegesrand auf. Ein Stofffetzen hatte sich an einem Dornenbusch verfangen. „Wir sind ganz nah“, hauchte er. Die Panzerin ließ eine leise Flatulenz entweichen. Truman beschleunigte indes seinen Schritt, wenngleich sein Schleichen weiterhin kaum hörbar war. Schließlich fanden wir uns am Rande einer Lichtung wieder, auf der es nach verbranntem Holz roch. Im Dunkel der Nacht war es kaum auszumachen, aber offenbar fand sich hier das Lager eines Tributs. „Auf sie mit Gebrüll! Jaaa!“ Die Panzerin war vorgeprescht, offenbar hatte sie den auf dem Boden liegenden Schlafenden in der Finsternis ausfindig gemacht – und ließ sich geradewegs draufplumpsen. Man hörte ein überraschtes Stöhnen, dann Geräusche trauriger Agonie – und schließlich nichts mehr. Die Panzerin stand auf. „Kriege ich dafür einen Kuss, Terrence?“ „Gott, nein“, antwortete Truman. Wir gingen näher an den verstorbenen Tribut heran. Ras al Ghul hatte einen enorm unwürdigen Tod gefunden.


    Bild dir deine Meinung - VIII



    Am nächsten Tag verabschiedete ich mich von Truman und der Panzerin, die auf eigene Faust weiterziehen wollten. Truman hatte mir von Earls erfolgreichem Anschlag berichtet. Andere Tribute mochten ähnliches planen, deswegen war man als Gruppe tendenziell anfälliger bei Angriffen am Tag. Und so schwärmten wir aus, auf der Suche nach Nahrung und frischem Wasser. Truman humpelte zudem bereits ein wenig. „Nur ein Kratzer“, wie er meinte, aber gegen medizinische Hilfe durch einen Sponsor hätte er sich gewiss nicht gewehrt. Ich fragte mich, ob ihn diese kleine Verletzung im weiteren Verlauf der Spiele wohl behindern würde, wollte jetzt aber auch nicht den Teufel an die Wand malen, das hier war schließlich kein Bildzeitungsartikel. Der Tag verlief lange ruhig – eine Ruhe, die ich durchaus genoss. Ich wanderte entlang des Waldrandes, zwischen Wüste und Vegetation. Mittlerweile hatte ich mir einen Hemdsärmel abgerissen und um die Hand gebunden, damit mich die Dornen, die quasi jede Pflanze mit essbaren Früchten hier aufwies, nicht zu sehr zu spüren. Natürlich sättigte die karge Ernte nicht wirklich, aber sie gab mir ein wenig Kraft und hielt mich am Leben. An einem besonders wohlriechenden Strauch hielt ich mich etwas länger auf. Hier gab es viele wasserreiche, pralle Beeren zu pflücken. Immer wieder griff ich in das Gestrüpp - bis mich irgendetwas festhielt und in den stachligen Busch zog.


    „Aaah!“ Mir entfuhr ein spitzer Schrei. Eilig riss ich mich los. „Isch werde disch verarbeiten zu Parfum, putain!“ Ein junger Mann sprang mir entgegen und rammte mir die Faust gegen mein Kinn. Überrascht taumelte ich nach hinten. So viel zur deutsch-französischen Freundschaft. Den nächsten Schlag parierte ich, doch als ich selbst zum rechten Haken ausholte, zog der Angreifer mir bereits mit einem geschickten Tritt die Beine weg. Schmerzhaft landete ich auf dem Boden. Mein Gegner kniete über mir und zog einen Dolch hervor, den er am Gürtel befestigt hatte. Sollte ich hier mein Ende finden? Beim Beeren pflücken von einem Franzosen umgebracht? Was für ein Mädchentod. Doch es sollte anders kommen. Der junge Mann schlitzte mir nicht sofort die Kehle auf, wie es jeder vernünftige Tribut getan hätte. Er schnüffelte an mir herum und verzog das Gesicht. „Das ist ja ekel’aft!“, rief er aus. „Wie soll ich daraus machen ein Parfum?“ Er ließ von mir ab, steckte den Dolch weg und stapfte frustriert in Richtung Wald. Was für ein merkwürdiger Geselle.



    Bild dir deine Meinung - IX



    Die Nacht verbrachte ich wieder einmal im Wald. Ich hatte mich zur Lichtung zurückbegeben, auf der ich Earl, Truman und Jonny vor zwei Tagen getroffen hatte. Nun war sie verlassen und leer. Gott sei Dank war ich Einsamkeit gewohnt. Als Bild-Chefredakteur hattest du kaum Vertraute und noch weniger Freunde. Ich hatte sogar das Gefühl, dass mich mit den Tributen dieser Arena sogar mehr verband als mit den Gestalten, mit denen ich draußen Tag für Tag zu Mittag aß. Mittag. Ich dachte an Schnitzel und weinte, das erste Mal seit Beginn dieser Spiele. Inzwischen waren auch die Entzugserscheinungen zurückgekehrt, nicht so stark und erdrückend wie zuvor, aber doch nicht zu verleugnen. Nervös zitterte ich im Licht des Mondes, ein Trauerkloß mit Brille und Bart, der sich den geheulten Rotz mit einem abgerissenen Hemdsärmel abwischte. Nicht nur das, ich war auch vor allem eins: Ein leichtes Ziel.


    Plötzlich hörte ich das Weinen eines weiteren Menschen. Und das Stampfen, das dieses Weinen begleitete, verriet mir auch, wessen Weinen es war. Die Panzerin war zurückgekehrt und taumelte auf die Lichtung. „Ich halte das nicht mehr aus!“, rief sie. Ich konnte nicht sagen, ob sie mit mir oder mit sich selbst redete. Ihr Make-Up war indes ganz verlaufen, sie sah jetzt noch mehr als zuvor aus wie ein dicker Clown. „Setz dich doch erstmal“, bot ich ihr in einem Anflug von Menschlichkeit an. Sie schniefte und setzte sich mir gegenüber. Kein schöner Anblick, aber ich war Kummer gewohnt. „Der Kai Diekmann“, murmelte sie. „Dass ich mal einem Prominenten geenübersitze…“ „Ach, so prominent bin ich gar nicht“, winkte ich ab. „Ich bin nur der, der entscheidet, wer prominent wird und wer nicht.“ Die Panzerin bekam große Augen. „Kann ich auch prominent werden?“, fragte sie. Ich lachte. Meckernd. Wie ein Zicklein. Irgendwie musste ich an die Babsi mit ihrem Schaf denken. Wieso konnte ich nicht die andere verbliebene Frau im Teilnehmerfeld als nächtliche Gesprächspartnerin haben. „Aber nein“, sagte ich bestimmt. „Dazu müsstest du schon die Spiele gewinnen. Und auf einen Chewbacca kannst du dich nicht so einfach fallen lassen.“ Die Panzerin schmollte. „Aber du könntest mich doch berühmt machen, oder?“ Sie ließ nicht locker. Ich überlegte, ob ich ihr erklären sollte, dass nur einer von uns diese Spiele überleben würde. Ich entschied mich dagegen. Vielleicht kam sie noch auf dumme Ideen. „Aber ich wollte immer nur berühmt sein“, weinte sie. „Ich habe mich bei Shopping Queen beworben, ich habe einen eigenen Beauty-Channel auf Youtube, aber irgendwie… Irgendwie hat nur die Hunger-Games-Bewerbung geklappt.“ Sie schnäuzte sich in die Hand. Na, danke. „Ach, Panzerin“, seufzte ich. „Wir leben in einer Gesellschaft, denen es egal ist, ob jemand sich anstrengt oder gute Absichten hat. Viele Leute strengen sich an und haben gute Absichten, das macht sie so austauschbar. Am Ende setzt sich durch, was nicht gut gemeint, sondern gut gemacht ist. Und für alles Andere gibt es die Bild-Zeitung, um darüber zu berichten.“


    Wir redeten noch die ganze Nacht hindurch – das heißt, ich belehrte die Panzerin über die Unerfüllbarkeit ihrer Träume. Erst spät, kurz vor dem Morgengrauen, schlief ich ein.

  • LAST 9- DAS HUNGERGAMES SPECIAL


    Moderator: Was ein Spektakel! Die mitunter recht enttäuschendend beginnende elfte Ausgabe der allseits beliebten Hunger Games hat sich in den letzten Tagen zu einer der wohl besten ihrer Art gemausert! Dieses Jahr haben wir extra für EUCH ein neues Format eingeführt- in LAST NINE sprechen wir über die sich als würdige Titelträger erwiesenen verbliebenenen neun Tribute. Ich begrüße unseren ersten Gast- wer könnte als Diskussionspartner für diese Sednung besser geeignet sein als der legendäre, oft kopierte aber selten erreichte Sheldon "Moonpie" Cooper!


    *Jubelnde Schreie* *Reihenweise Fan-Babsis entblößen ihre Brüste*


    Cooper: Ich freue mich dass ich heute dabei sein darf, Conan.
    Moderator: Wir freuen uns, dass du dir Zeit für dieses Format nimmst! Doch natürlich bleibt der erste Gewinner der Hunger Games höchstpersönlich nicht unser einziger Gast. Begrüßen sie den extra für LAST NINE aus seinem ewigen Schlaf reanimierten und intelligenten Derpchu!


    *Jubelnde Schreie des japanischen Publikums* *Ertönen des Pokemon-Titelsongs*


    Derpchu: Derp.
    Moderator: Wir freuen uns natürlich auch, dass du dir die Zeit für dieses Format nimmst. Und damit wird es Zeit für unseren nächsten und letzten Gast- abermals reanimiert, doch noch ganz der Alte! Begrüßen sie Kung Fuhrer!


    *Buhrufe*


    Kung Fuhrer: Ich liebe euch auch! Nach der Show gebe ich eine extra Autogrammstunde!
    Moderator: Nun, da alle 3 Gäste versammelt sind... wer die aktuelle Ausgabe der Hunger Games akribisch verfolgt hat, wird sicher die verblieben 9 Tribute ins Herz geschlossen haben. Im Kampf sind noch der Fürst der Finsternis, die Schaftastische Babsi, Chewbacca, Kai Diekmann, Til Schweiger, die Venominöse Dose, Earl Sinclair, Terminator Blume und Jonny. Ein beeindruckendes Line-Up.
    Kung Fuhrer: Zu meiner Zeit waren die Herzen der Kämpfer stählern und die Kampfeslust immens. Heutzutage nur zwei Vertreter der Herrenrasse. Das lässt sich nicht mit dem neuen Reich vereinbaren!
    Derpchu: Chewbacca ist babba. Denn letzte Silbe meines Namen gleich erste Silbe seines, verstanden? Derp.
    Moderator: Nicht ganz
    Cooper: Insgesamt sind die letzten 9 definitiv über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Ein paar Schimpansen wie Til sind zwangsläufig immer dabei.
    Moderator: Apropos Til- wenn man sich die offiziellen Quoten anschaut, scheinen wohl die wenigsten mit einem Sieg von ihm zu rechnen. Teilt ihr diese Meinung oder glaubt ihr, dass er eine Art Underdog sein könnte?
    Cooper: Die Quoten sind nach stochastischen Berechnungen absolut nachvollziehbar gestaltet worden. Dies trifft auch auf Til zu. Ihm kann man keine große bisherige Leistung anrechnen. Absolut verdient auf dem letzten Platz.
    Derpchu: Ich mag Schweiger, er ist genau so Derp wie ich.
    Kung Fuhrer: ICH KANN NICHT GLAUBEN WARUM DIESE ZWEI HERREN DEN GUTEN BÜRGER TIL SCHWEIGER SO SCHLECHT REDEN! NATÜRLICH BRINGT ER KEINE MIT DIEKMANN VERGLEICHBAREN LEISTUNGEN; DOCH DAMIT IST ER NUR AUF PLATZ ZWEI DER TEILNEHMERLISTE! HERRSCHERRASSE REGELT WIE 194! YO
    Moderator: Wunderbare Statements- nun kommen wir zu dem nur leicht eingeschätzeren Kandidaten "Terminator Blume". Schon seit Beginn ist er ein kleiner Favorit- warum ist er jetzt so weit abgesunken?
    Cooper: Typische anfängliche Überschätzung. Terminator Blume kann keine Historie an Erfolgen hervorweisen. Es ist stochastisch gesehen ein Paradoxon dass er so weit gekommen ist.
    Kung Fuhrer: ...eine "Terminator Blume" könnte die sich neu aufbauende Armee der Herrscherrasse wohl erfolgreich in ihre Reihen eingliedern. Vorausgesetzt er findet seinen Ariernachweis.
    Derpchu: Wer?
    Moderator: Überraschend ist der niedrige Platz des nächsten Tributes. Die venominöse Dose ist schwach unterwegs. Vorallem eingeschworene Fans äußerten sich enttäuscht über den Werdegang des Publikumslieblings.
    Cooper: Es ist eine Dose. Sie ist komplett unfähig zu kämpfen. Doch trotzdem ist er unter den letzten 9. Mysteriös, wie Spock sagen würde.
    Derpchu: Komplette Enttäuschung.
    Kung Fuhrer: Meine Naziwissenschaftler verbringen nun schon Monate damit, die Technologie des Dosenvolks zu erforschen. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, bei den Wahlen nicht auf die Dose zu setzen. Das Innenleben eines Vertreters der Dosen kann nicht mithalten mit dem eines U-1206.
    Moderator: Ich bin auch etwas geschockt über die Leistungen der Dose. Das Volk hat wohl seinen Zenit überschritten. Weitaus positiver überrascht bin ich von Jonny "StillTrying", einem kompletten Neuzugang.
    Kung Fuhrer: Mir gänzlich unbekannt. Werde ihn im Auge behalten.
    Derpchu: Irgendwie langweilig.
    Cooper: Sein Sieg wär schon ziemlich lame.
    Moderator: Hier herrscht wohl ein negativer Grundton gegen Johnny. Wie findet ihr die neue Babsi?
    Derpchu: Ganz geil.
    Kung Fuhrer: Mein Flakturm errichtet sich bei ihrem Anblick.
    Cooper: Es gab schon bessere Versionen von ihr. Die derzeitige ist mir zu sehr auf die Träume präpubertärerer Individuen ausgelegt. Frühere Herausgaben von Babsi besaßen mehr Charakter.
    Moderator: Der nächste Kandidat ist der Fürst der Finsternis. Mir gefällt er außerordentlich gut- seine Erscheinung alleins strahlt pure Maskulinität aus.
    Kung Fuhrer: Wenn jüdisch neuerdings mit maskulin gleichgesetzt wird bin ich über meinen halben Hodensack nur froh.
    Derpchu: Ich kann den Swag des Fürstes nicht handlen.
    Cooper: Ich kann mich gut mit dem Fürsten der Finsternis identifizieren- er ist genauso schmächtig und sozial unbeholfen wie ich.
    Moderator: Wir sind bei den Top 3 angekommen. Zu nennen wäre hier Kai Diekmann.
    Kung Fuhrer: Ich bin stolz auf diesen Vertreter der Herrscherrasse. Wenn er diese Hunger Games nicht gewinnt, was rein gentechnisch nicht möglich sein dürfte, packe ich persönlich meine Kung-Fu-Skills aus und töte jeden, der sich mir in den Weg stellt.
    Derpchu: Er ist ganz geBILDet, wie mir zu Ohren kam. Versteht ihr? Nein? Ok.
    Cooper: Ich würde ihn im Vergleich zu Babsi und Johnny als schwächer einschätzen.
    Moderator: Nun kommen wir zu Chewbacca. Was mich an ihm beeindruckt ist die Mischung aus geübter Präzision und schierer Gewalt. Versteht ihr, wie er mit seinen Pranken den Bauch des mächtigen Axolotls förmlich durchspießt hat?
    Derpchu: Der Typ ist killa
    Cooper: Mit dem Einzug von Chewbacca in diese Spiele ist mein Kindertraum wahr geworden. Ich würde ihm den Sieg gönnen.
    Kung Fuhrer: Er kann nicht sprechen, ergo ist er lebensunwertes Leben. Wäre ein Reaktivierungsgrund für das Euthanasie-Programm.
    Moderator: Nun sehen sie den absoluten Topfavoriten- Earl Sinclair hat sich als wahre Kampfmaschine herausgetan. Ich warte schon gespannt auf das furiose Finale zwischen ihm und unserem Lieblingswookie, wenn dies auch der Wookie gewinnen wird. Was haltet ihr von Earl?
    Kung Fuhrer: Seine DNA könnte als genetische Goldmine für unsere Klonarmee aus sprechenden Nazidinosauriern fungieren. Ob er gewinnt oder nicht- ich will auf jeden Fall seine Leiche.
    Derpchu: Earl ist ganz große Klasse.
    Cooper: Sein Sieg wäre die realistischste Einschätzung.


    Moderator: Nun denn! Ich hoffe, heute sind einige tiefgründige Diskussionen für euch Zuschauer da draußen entstanden. Schalten sie auch nächstes Jahr ein, wenn es wieder Zeit ist für "LAST NINE".

  • Das ist absolut genial! Dicke, dicke Probs!
    Ich hoffe es gibt mehrere Ausgaben der Show?

    [COLOR=#0000cd]Wunderschön, intelligent; du liest ein Buch, ich lease ein Benz.[/COLOR]
  • ist sehr zeitaufwändig, würde aber gerne nochmal so was schreiben. aber ich versuche für jede hunger games mindestens eine ausgabe zu machen.

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