Beiträge von fillekokett

    Es ist wirklich traurig. Ich habe mich von Anfang an bemüht klar zu machen, dass ich einen produktiven Dialog wünsche, seit ich mich in diesem Forum angemeldet habe. Dennoch liest scheinbar keiner mit offenem Auge.


    Fiber:
    Keiner redet davon, dass ein Patriarchat der Shit wäre, es geht darum, dass gewisse Zugeständnisse für Beziehungen und ein Miteinander auf Kosten der eigenen Freiheit zu einer Werteverschiebung führen, die ich - in erstmal nicht konkretisierten (ALSO NICHT PAKISTAN) Rahmenbedingungen - beführworte. Und es geht nicht darum nur Frauen ihrer scheiss Freiheit zu berauben (oder nur schwarzen, oder nur Juden). Und das ging und geht auch deutlich aus meinem Text heraus. Hämmer dir das in den Kopf:


    Fillekokett wünscht sich nicht die Unterdrückung, aber fillekokett möchte dir aufzeigen, dass in dieser freiheitsfanatischen Welt in der jeder alles für sich will, eben auch keiner einem anderen "gehört" (häng dich jetzt bloß nicht am Wort auf!) und sich ihm verpflichtet fühlt? Geht das in dein Hirn? Je mehr Freiheit, desto mehr Asozialität und "jeder für sich" (vereinfacht gesagt).


    Es gibt nichts ekelhafteres, als wenn Leute scheinbar an einer Diskussion interessiert sind und an einem Meinungsaustausch und lange Texte verfassen, die durchweg destruktiv sind. Probier mal zu verstehen was dein Gegenüber dir sagen will. So lernst du doch nichts Neues dazu und wirst keinen fruchtbaren Dialog führen. Oder willst du nur deine Meinung verkünden und verteidigen wie ein armes Frettchen? Es geht nicht darum recht zu haben, oder unrecht zu haben. In einem Dialog geht es darum sich gegenseitig zu verstehen und gemeinsam weiterzuarbeiten.


    Awesomeness: Du bist ein Paradebeispiel für einen ignoranten Hampelmann, der gar kein Interesse an anderen und ihren Meinungen hat. Du glaubst alles in Büchern lernen zu können und bist ein ganz armes Würstchen. Du bist die Verkörperung dessen, was meiner Meinung nach in Deutschland schief läuft. Zumindest verhältst du dich so.


    Uncle Sam und Therapietier:


    Zitat

    Alter wer liest sich das ganze durch?


    Was soll sowas? Jetzt überlegt doch mal was ihr da schreibt. Ihr stellt es so dar, als wäre es lächerlich sich den längeren Text durchzulesen. Es geht euch doch sicher nicht darum, wer tatsächlich den Text durchgelesen hat! Was wollt ihr damit bewirken? Wollt ihr zitiert werden? Wollt ihr von anderen Leuten die Bestätigung, dass ihr nicht die einzigen seid, die sich das nicht durchlesen? Wollt ihr witzig sein? Was zum Teufel glaubt ihr mit sowas zu erreichen? Damit nehmt ihr wennschon anderen die Lust sich damit auseinanderzusetzen.. das ist durch und durch kindisches (im Sinne von egozentrisch und unbedacht) und destruktives Verhalten.


    Schön, dass am Ende klar wird, dass alles wie am Anfang ist.


    G

    Um das Thema mal für mich selbst abzuschliessen werde ich mein eigenes Statement zu der gesamten Geschichte geben, bisher habe ich ja nur euch nach eurer Meinung gefragt.


    Ich bin mit sehr aufgeklärten und demokratischen Gedanken aufgewachsen und bin ein sozial eingestellter Mensch. Ich habe kein Interesse daran Frauen, irgendwelche Hautfarben, Benachteiligte, Religionen oder sonstwen zu unterdrücken.
    Aber ich bin mir nicht sicher was richtig ist. Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich das Gefühl habe, dass wir als Gesellschaft (im Sinne einer Gemeinschaft) funktionieren. Mir fehlt Identität, mir fehlt Vertrauen, mir fehlt ein "Wir" und Mitgefühl. Außerdem komm ich nicht darüber hinweg, dass Sachen die sich "richtig anfühlen" nicht gemacht werden, wenn der Kopf "nein" sagt. Es geht ständig darum möglichst viel zu erreichen.. daran wird auch Glück gemessen. Es darf keine Verlierer geben (natürlich gibt es sie trotzdem, aber es war ja "fair") und viele Männer kann ich als Männer nicht ernstnehmen. Frauen machen das insgesamt meiner Meinung nach viel besser. Es ist eine weitgehend vaterlose Gesellschaft geworden, wie ich finde. Ich habe das Gefühl, dass wir Werte durch notwendige Normen ersetzen. Ständig auf dem Weg des "kleinsten Übels" und nein, damit sage ich nicht "weg mit der Demokratie".


    Insgesamt sehe ich also eine Gesellschaft mit wenigen Tiefpunkten, aber auch wenigen Höhepunkten. Versteht ihr was ich meine? Ich sage nicht, dass wir's falsch machen. Aber ich habe auch nicht das Gefühl dass wir uns in der Nähe von "richtig" befinden. Wenn man sich Geschichte so anguckt, dann ist es ein Ständiges Pendeln zwischen Extremen und ich glaube wir haben das Extrem "Freiheit, Gleichheit, aber immernoch so viel Einschränkung, dass es sozial und dennoch dynamisch ist" zur Perfektion getrieben. Gefühlt ist es ein stillstand, bei dem keiner sich unwohl genug fühlt etwas ändern zu wollen. Insofern ist die "fortschrittlichste" Form, wie viele von euch es wohl nennen würden, eine reaktionäre.


    Also:
    1. Seid ihr davon überzeugt, dass unsere Wert die Richtigen sind?
    Nein
    2. Haltet ihr unsere Werte für höherwertig als die anderer Kulturkreise?
    Nein, aber ich kann es auch nicht hinreichend beurteilen und bin mir nicht sicher woran ich das fest machen soll. Ich möchte es nicht nur daran festmachen, ob keiner hier und da einen Nachteil hat.
    3. Und wenn ja: Wo zieht ihr dann die Linie?
    - nein
    4. Ab wann kann man eurer Meinung nach sagen dass ein Wertesystem "falsch" ist?
    Ich dachte immer, dass ein Wertesystem dann falsch ist, wenn eine Revolution bevorsteht. Also die Menschen selbst das Wertesystem legitimieren oder eben nicht. Mittlerweile bin ich mir da nichtmehr so sicher.



    Mir ist klar, dass das unorthodoxe Gedanken sind. Das ist für mich auch Neugebiet, da ich nie daran gezweifelt habe, wenn vielleicht auch nicht mit der Eindimensionalität eines AWESOMENESS.
    Ich danke euch für eure Antworten und wünsche euch noch viel Spaß in diesem Faden!


    G


    *edit*
    Fuck, hatte was Wichtiges vergessen. Fiber, du hast mich ja dazu aufgefordert dir zu erklären inwiefern es für mich eine Argumentationsbasis für unterdrückende Gesetze à la "zieh dir was über" oder "lach nicht in der Öffentlichkeit" geben könnte. Klar, verliert hierdurch die Frau an Freiheit, aber es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Beziehung eine Menge gewinnt. Und zwar im Vertrauensbereich. Es fällt leichter deiner Frau zu vertrauen, wenn sie nicht ständig von Typen begafft wird. Klar kannst du mir mit idealistischen Antworten kommen und mir erzählen, dass das kein richtiges Vertrauen, sondern Kontrolle ist, aber das ist nicht wahr. Das ist auch Vertrauen, nur leichter gemachtes Vertrauen. Auch wenn ich einer Frau vertraue mich zu lieben, kann ich wirklich so weit vertrauen, dass sie nicht mal einen Fehler macht, wenn ein heißer, toller Kerl sie in einem blöden Moment richtig scharf macht? Also mir fällt das schwer. Ich sage nicht: Es muss die Frau sein, die nicht lachen darf! Es kann auch der Mann sein.. wieso nicht, pack den Mann in ne Burka. Es geht darum, dass durch Einschränkung der Freiheit andere Werte als die oberflächlichen in den Vordergrund gestellt werden und eine Beziehung exklusiver ist. Außerdem ist auch der Mann nicht ständig Fremdgehreizen ausgesetzt. Und den Punkt wirst du mir geben müssen: Du kannst ne Frau noch so sehr lieben, wenn du gerade Beef mit ihr hattest und dein Kopf besoffen ist und du ein schönes Stück Arsch in Schwanzreichweite hast, kann's passieren, dass du schwach wirst. Im Prinzip ist es wie lowcut im ersten Post geschrieben hat, es hat alles seine Licht und Schattenseiten. Es ist eine Frage dessen worauf man Wert legen möchte. Ich fände es irgendwie schön, wenn Beziehungen und das Miteinander allgemein wichtiger wären, als dass wir gesetzlich jedes bisschen auf die Goldwaage legen.

    Okay, erstmal vorweg an alle, da das hier ein wenig entartet ist. Scheinbar scheint euch nur der politische und weniger der sozial-moralische Aspekt zu interessieren. Außerdem scheint es relevant zu sein welches System "besonders "gut" funktioniert", wobei das "gut" in diesem Satz schon wieder abhängig davon ist, was man misst. Misst man die Anzahl armer Menschen? Misst man die Anzahl arbeitsloser Menschen? Misst man die Anzahl von Kindern pro Haushalt?


    Hier mal ein Bild, das recht gut verdeutlicht wie unterschiedlich die Perspektiven auf ein und denselben Umstand sein können:



    Nun eine inhaltliche Zusammenfassung meiner wichtigen Punkte durch die einzelnen Beiträge, damit nicht jeder alles lesen muss:


    1. Gesetze reflektieren keinesfalls die grundsätzlichen Wertevorstellungen!, sondern sind in erster Linie dafür da ein möglichst reibungsloses Miteinander zu ermöglichen. Gesetze sind kein Moralcode, sondern bilden nötige Richtlinien um in dieser überbevölkerten Welt klar zu kommen und Cash für den Staat zu machen.


    1.2 Es geht um WERTE, nicht um Gesetze. Gesetze sind nicht gleichzusetzen mit Werten, ein Maximum von Gesamthappiness ist nicht gleichzusetzen mit "Wertehoheit".



    2.1 Es geht mir ganz und gar nicht darum was "besonders effektiv ist" und daher sind "objektive Maßnahmen zur Bestimmung" auch recht zweifelhaft. Werte entspringen doch Überzeugungen von was richtig und was falsch ist.


    2.2 Bei dieser ganzen Objektivierung geht das eigentliche Empfinden von "Recht" und "Unrecht" und der moralische Kodex flöten. An dessen Stelle setzt sich dann die Effektivität.. hierbei schaut man dann immer auf das, was sich positiv verändert wenn man das tut, was man tun will.


    Und jetzt werde ich einen nach dem anderen abhandeln:


    @ Purple:
    Mir gefällt der Aspekt den du miteinbringst, wenn du schreibst:

    Zitat

    Original von purplehaze..
    (sind wir in der westlichen gesellschaft wirklich frei? ist es "gerecht" dass dem reichsten 5% in de 46% des gesamtvermögens besitzen? ist es gerecht das frauen (signifikant) häufiger das sorgerecht zugesprochen bekommen? [...]


    Denn hiermit sprichst du etwas an, was sehr stark gegen Fibers Liberalismushymnen eingesetzt werden kann. Da Menschen de facto verschieden sind, können sie in einer Welt die definitiv ist (kapitalistisch) nur unterschiedlich viel erreichen. Eine maximale Freiheit ist also in der Praxis alles andere als "fair", weil den unterschiedlichen Typen nur ein Spielfeld zur Verfügung steht.
    Leider sprichst du allerdings nur von politischen Aspekten, weshalb ich mich nicht intensiver mit dem Post auseinandersetzen werde.


    @ Andiman und Fiber:
    Gesetze reflektieren keinesfalls die grundsätzlichen Wertevorstellungen!, sondern sind in erster Linie dafür da ein möglichst reibungsloses Miteinander zu ermöglichen. Gesetze sind kein Moralcode, sondern bilden nötige Richtlinien um in dieser überbevölkerten Welt klar zu kommen und Cash für den Staat zu machen. Die Geschlechter sind voneinander verschieden und deinen vermeintlichen Beweis, dass beide für alles gleichgut geeignet sind, würde ich gern mal sehen. Das ist nämlich nicht wissenschaftlich belegbar.
    Fiber, da du kein Interesse daran zu haben scheinst die Frage in der intendierten Form zu beantworten, sondern dich darauf ausruhst, dass die Gesetzgebung die Werte wiederspiegelt, ist eine On-topic Diskussion nicht möglich.
    Aber eine Sache noch:

    Zitat

    Es geht darum, dass Leute zu etwas gezwungen werden. Das halte ich nicht für richtig, wer es okay findet, soll doch meinetwegen nach Nordkorea abhauen.


    Leute werden auch in unserer Kultur zu einer Menge gezwungen. Steuern zahlen, wenn du was verdienen willst, Schulpflicht, wenn du ein Kind bist, Hilfe leisten, wenn du jemanden sterben siehst und helfen könntest.. etc. Insgesamt finde ich, dass du es dir viel zu einfach machst und die Frage nur sehr oberflächlich behandelst. Das finde ich schade.



    @Rewdee:
    Mir gefällt, dass du die Frageintention richtig aufgefasst hast. Mich würde jedoch deine persönliche Antwort interessieren.


    @DerMEGABOSS2000:
    Es geht mir ganz und gar nicht darum was "besonders effektiv ist" und daher sind "objektive Maßnahmen zur Bestimmung" auch recht zweifelhaft. Werte entspringen doch Überzeugungen von was richtig und was falsch ist. Wenn deine Wertvorstellung die ist, dass der Durchschnitt der Menschen besonders glücklich sein sollte, dann machst du alles abhängig von sämtlichen anderen Menschen. Das heißt wenn die besonders glücklich damit sind sich gegenseitig abzuschlachten, dann müsstest du Freiheit über alles stellen und "Feuer frei!" rufen. Aber was ist mit dir? Und was ist deiner Meinung nach der gemeinsame Wertekonsens Deutschlands? Und wie sieht es mit dem Russlands aus? Könntest du behaupten, dass der eine Wertekonsens reaktionär und der andere fortschrittlich ist, wie es andere in diesem Thread tun? Schade, dass du diesen von dir erwähnten Ansatz nicht ausführst.


    @Captoe:
    Du sprichst über Gesetze und wie sie entstehen. Als Leitlinie nutzt du die "Vernunft". Die Vernunft hat in der Zeit der Aufklärung große Bedeutung gewonnen und dient seitdem regelmäßig als Legitimation um die eigenen Interessen durchzuboxen. Bei dieser ganzen Objektivierung geht das eigentliche Empfinden von "Recht" und "Unrecht" und der moralische Kodex flöten. An dessen Stelle setzt sich dann die Effektivität.. hierbei schaut man dann immer auf das, was sich positiv verändert wenn man das tut, was man tun will. Ich halte Vernunft für eine interessante, wenn auch gefährliche Leitlinie um zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Du bewegst dich da aber sehr europanah!


    @AWESOMENESS:
    Politik und News - Posts von dir kann man ja nach eigener Aussage ernstnehmen. Nun, ich finde unter den ersten 30 Artikeln finden sich einige, die sich gegenseitig widersprechen. Aber darüber soll hier nicht diskutiert werden. Es ist zur Kenntnis genommen, dass du die Wertvorstellungen des Westens als überlegen ansiehst und die Vorstellungen von richtig und falsch hinlänglich von den Menschenrechtsartikeln geklärt werden. Andere Prioritätensetzungen sind minderwertig und das bedarf scheinbar auch keiner Begründung.


    @Whitie:
    Das klingt aber - verzeih mir- ganz schön verbittert. Was ist, wenn ich dir sage, dass für mich "leben" nicht kämpfen, sondern lieben ist? Was du anführst ist sehr liberalistisch in seinem Wesen. Aber dadurch leider auch antisozial. Es geht hier eben NICHT um Effektivität sondern um Wertevorstellungen. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass hier die allermeisten User das Gespür dafür verloren haben was Werte überhaupt sind. Es setzt sich übrigens NICHT immer der Stärkere durch, sondern es setzt sich immer der durch, dessen Fähigkeiten und Einstellungen gerade besonders gut in seine Umgebung passen. Mit Fairness durch maximale Effektivität oder Happiness, wie Andimann es nennt, hat das wenig zu tun, sondern mit Sicherung des aktuellen Zustandes für die, denen es aktuell gut geht. Generell ist die Einstellung "es ist so wie es ist" keine lebensbejahende.. und ich sage dir das mit aller Zuneigung, die ich für einen Mituser aufbringen kann: Glaub daran was reißen zu können!


    So, Auf Prometheus und Julischwarz und Exquisit werde ich später oder morgen genauer angehen.


    Aber nur mal so als Randinformation vorweg: Exquisit, die Frau wollte gesteinigt werden. Es geht nicht darum ob Menschen gleich sind, sondern es geht darum was richtig und was falsch ist und in welcher Form es bestraft werden soll.

    mir ist wirklich egal wo du recordest, mir ist die Stimme im Verhältnis zu laut. Der Thread hier ist nicht dafür da zu diskutieren, mach das in deinem Faden. Also nochmal mein Post, denn das ist der letzte, der hier stehen sollte:


    junge was ist das für ein beat. der reißt richtig ab. Stimme is zu laut im Verhältnis zum Beat. Textlich bockt das nicht so, doch Stimmeinsatz und flow passen gut! Ich lass dir mal ne Motivations-8 da.


    Hier geht s weiter

    @ Fiber:


    Das wird jetzt wie eine Provokation oder ein Angriff auf dich wirken, ist dies aber nicht.


    Du nennst den Liberalismus und definierst ihn sehr allgemein. Damit gibst du mir aber nur eine halbgare Antwort. Da du nur sagst "Sobald jemand (zu unrecht) zu etwas gezwungen wird und/oder an ihm Gewalt angewendet wird, ziehst du die Grenze." Das Problem an dieser Antwort, ist dass keine Antwort auf die eigentliche Frage gegeben wird. Ich spreche von Werten, nicht von politischen Systemen. Politische Systeme basieren zwar auf Ideologien und Gerechtigkeitsempfinden, geben diese aber nicht komplett wieder. Man kann Frauen wählen lassen und ihnen trotzdem verbieten zu lachen. Wenn ich mich also auf deinen oben zitierten Text beziehe, muss ich fragen:
    1. Was ist Gewalt? (Die Definition ist fast schon ein eigener Thread)
    2. Was ist Zwang?
    3. Was ist Unrecht?


    Du wirst merken, dass die Definition davon was Gewalt ist und welche Gewaltformen besonders schlimm sind wieder auf die Werte zurückführen. Deine höchsten Werte sind Freiheit und Gleichheit. Ganz so, wie man es von einem Europäer erwarten würde. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass man Sicherheit und Sittlichkeit darüberstellt.


    Beim Zwang wird die Antwort auf Gewalt und somit auf Werte zurückzuführen sein. Beim Unrecht ist es dasselbe. Im Endeffekt möchte ich wirklich diskutieren inwiefern die einen Werte (Freiheit, Gleichheit) pauschal "mehr Wert" sein dürfen als beliebige andere.


    Mit "höherwertig" meine ich "näher an der absoluten "Richtigkeit"", falls das verständlicher ist.


    Ich bin mir nun nicht sicher inwiefern du die Frage 1 (Seid ihr davon überzeugt, dass unsere Werte die Richtigen sind?) beantwortet hast, denn im Endeffekt machst du es nur am politischen System fest.


    @ DerMEGABOSS2000:


    Mit dir hab ich hier schon gerechnet. Freut mich!


    Ich habe das Beispiel mit dem Lachen bewusst gewählt. Eben weil es zwar "sinnfrei" wirkt, aber tatsächlich Tiefgründiges widerspiegelt, was bei uns einfach keinen hohen Stellenwert hat. Nämlich Sittlichkeit. Es wird als schamlos empfunden, wenn eine Frau lacht. Genauso wie wir es als schamlos empfinden wenn eine Frau breitbeinig dasitzt und rülpst. Das stört uns an Frauen mehr als an Männern. Es spielt aber zusätzlich noch mit rein, dass die Bindung von Frau und Mann als viel gewichtiger empfunden wird. Hier lebt man zusammen, aber jeder für sich. Andernorts ist es eine Schande für den Mann, wenn die Frau sich unziemlich verhält (und umgekehrt!). Du siehst, ich will an diesem Beispiel einfach festmachen wie weit unser Unverständnis reicht. Wie fremd uns andere Ansichten sind und wie sehr wir davon überzeugt sind genau zu wissen was sinnvoll ist und was nicht.


    Du sagst dass sich gewisse Wertevorstellungen über die Jahre herauskristallisieren, die den größten Gemeinschaftsnutzen haben. Nun, was den größten Gemeinschaftsnutzen hat ist aber stark abhängig davon wer diese Gemeinschaft bildet und welche Wertevorstellungen die entsprechende Gemeinschaft vertritt.


    Dein letzter Satz "letzendlich ist die Moral aber der Wahrheit nicht zugänglich" klingt wahnsinnig tiefsinnig. Leider verstehe ich ihn nicht. Moral sind die Werte und die Wahrheit die Gerechtigkeit, richtig? Dann würde das heißen, dass die Werte nicht von der Rechtssprechung erreicht werden können? Führ das mal bitte aus, so kann ich nur interpretieren und bin mir sicher was falsch zu machen.



    Ich mach jetzt erstmal ne Pause und antworte später weiter! Bis dann


    *edit*
    Ah, das Kopftuchverbot, das hätte ich wirklich mitreinnehmen müssen. Ein super Gegenbeispiel für das Lachverbot.

    tut mir Leid, aber ich werde nicht auf dein Beispiel eingehen, da das nicht Inhalt des Themas ist. Ich entnehme deinem Post aber, dass du die Linie so ziehst, dass patriarchalisches Gedankengut falsch ist und die Freiheit nicht eingeschränkt werden darf.


    Nun patriarchalisch werde ich mal Vereinfachen auf: Gleichheit. Alle Menschen sind gleich und ihnen muss maximale Freiheit gewährt werden. Nun, nackt rumlaufen/Titten zeigen darf man auch nicht. Das ist auch eine Einschränkung der Freiheit. Ich möchte dich also bitten zu konkretisieren. Welche Formen der Freiheit dürfen kontrolliert werden und welche nicht?


    Bitte probier in dem was du schreibst zu berücksichtigen, dass es hier NICHT um die Diskussion von Einzelfällen geht. Dafür kannst du einen eigenen Thread aufmachen. Dann würde ich mich auch dazu äußern. Hier geht es darum:


    1. Seid ihr davon überzeugt, dass unsere Wert die Richtigen sind?
    2. Haltet ihr unsere Werte für höherwertig als die anderer Kulturkreise?
    3. Und wenn ja: Wo zieht ihr dann die Linie?
    4. Ab wann kann man eurer Meinung nach sagen dass ein Wertesystem "falsch" ist?


    Und du sagst:
    1. keine verwertbare Äußerung dazu
    2. ja, zum Beispiel ein Patriarchat wäre abzulehnen
    3. Bei der Freiheit, aber ohne Konkretisierung
    4. Sobald ein Typ Mensch mehr zu sagen hat als ein anderer - ohne weitere Konkretisierung


    Du hast vollkommen Recht. Lowcut hat sich aber dazu geäußert. Er hat gesagt dass es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur verschiedene Blickwinkel, mit entsprechenden Licht und Schattenseiten. Er meint also, dass es kein pauschales "richtig" oder "falsch" für eine komplette Linie gibt, sondern nur für Einzelfälle.


    Versteht euch!


    Was ist denn deine Ansicht Madvillain?

    Immer wieder werden wir in den Nachrichten mit Forderungen oder Taten konfrontiert, die wir als "reaktionär", "idiotisch" oder schlicht "falsch" bezeichnen. Zum Beispiel wenn in der Türkei jemand nach einem Lachverbot für Frauen verlangt, weil er findet, dass sich das nicht ziemt. Oder wenn eine 33-jährige 3-fache Mutter für mehrfachen Ehebruch in Somalia gesteinigt wird. Auch wenn ich nur die beiden nenne, wird euch klar sein, dass die Beispieloptionen zahllos sind.


    Um einen provokanten Vergleich zu ziehen: Dieselben Menschen, die das (oben genannte) kritisieren, schreien teilweise nach der Todesstrafe für Vergewaltiger und halten das für angebracht.
    Was angebracht ist oder nicht, hängt von der Schwere des Verbrechens ab. Aber woran macht man die Schwere eines Verbrechens fest? Wenn vorhanden, anhand der Richtlinien einer Form von Gesetzbuch (dazu zählen auch "heilige Schriften"). Welches ist aber richtig? Immer das, was gerade dort gilt, wo man sich aufhält. Die Gesetze werden geprägt und toleriert von einem Wertesystem der dort lebenden Gesellschaft.


    Natürlich halte ich Sklaverei für falsch. Natürlich finde ich es bedenklich wenn erwachsene Männer minderjährige Mädchen heiraten und schwängern. Aber ich bin mir auch dessen bewusst, dass das an meiner Erziehung und meinem Umfeld liegt. Während ich bei der Sklaverei noch komplett davon überzeugt bin, dass das zu hundert Prozent falsch ist, fällt mir das bei anderen Geschichten (darf eine Ehebrecherin gesteinigt werden, wenn sie das in einem Land begeht, das dafür diese Strafe vorsieht) nicht so leicht, wie es den allermeisten meiner Bekannten fällt.
    Jeder scheint das Gefühl zu haben die "Wahrheit" und den "richtigen Weg" gepachtet zu haben. Und zu wissen was wichtig ist, was nicht wichtig ist und ob man eine Ehebrecherin nun steinigen sollte, oder Ehebruch lediglich als Scheidungsgrund dienen können darf.


    Es geht mir also darum, dass wir aufgrund unserer Werte eine gewisse Linie fahren. Nun ist die Frage welche Werte "wertvoll" sind und welche nicht. Ist es so verwerflich, wenn man das Eheversprechen als wahnsinnig wichtig ansieht? Immerhin verspricht man jemandem sein Leben. Klar, bei uns hat das keine große Bedeutung mehr, weil wir eine Gesellschaft von Ich-AGs sind (und ich sage das wertfrei!).
    Es geht mir NICHT darum, dass es Gesetze gibt, die affig sind! Ich will hier also keine Debatte darüber starten ob man für Internetpiraterie nun in den Knast wandern sollte oder nicht.


    Seid ihr davon überzeugt, dass unsere Wert die Richtigen sind? Haltet ihr unsere Werte für höherwertig als die anderer Kulturkreise? Und wenn ja: Wo zieht ihr dann die Linie? Ab wann kann man eurer Meinung nach sagen dass ein Wertesystem "falsch" ist?



    Hier zum Artikel über die 33-jährige, gesteinigte