Beiträge von FlatDieter

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    Original von NateH8red
    So ganz stimmt das mitm Funtrack Contest aber nicht. :p
    Wurde zwar nicht zu Ende geführt aber auch nicht komplett untern Tisch gekehrt. Gewinner wurde trotzdem gekürt...bzw wurden gekürt, denn es gab 2. Frank Hemd und noch wer.
    Interessiert ehe nur Frank der Baus.


    Ja, das schon, aber es gab glaube keine öffentliche Bekanntgabe, "das ist der große Gewinner" oder so ^^

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    Original von MC 3PO
    ist dieser funtrack contest eigentlich zu ende geführt worden?


    Nope, untern Tisch gekehrt. Aber psssst.


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    Original von heftigst straße
    audio88 album ist nicht mehr auf deezer =/


    Das hat mich auch gewundert. Direkt zum Release oben, sogar mit Instrumentals und dann nach nr Woche oder so runter genommen. Egal, ich habs ja zum Glück :thumbup:



    01. Wer ist dieser Mortis? feat. Visa Vie
    02. Einmal Sonne
    03. Haus & Boot
    04. Leben ist
    05. Keine/Kontrollverlust
    06. Weltwohnungsskit
    feat. Woody
    07. Guten Morgen Vietnam
    08. Eigentlich
    09. Versager
    10. Renn
    11. Silikon aus Liebe
    12. Letzter Strohhalm
    13. Nie wieder nie


    Es ist gar nicht mal so lange her, da hat uns der zugezogene Berliner vom "goldenen Käfig" erzählt, in dem er gefangen ist. Anfang des Jahres war es, als er bereits die "Hollywoodpsychose" erwähnte, allerdings in Zusammenhang mit seiner Vergangenheit, in der man noch besoffen und oben ohne im Club stand. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, geht es erneut und explizit um dieses Thema. Denn Mortis ist mittendrin in seiner "Hollywoodpsychose" und zeigt uns mit diesem Stück Farbfilm die logische Fortsetzung des vorangegangenen Schwarzweißfilms. Dabei sind diese beiden Werke gar nicht die ersten des Fast-Dreißigers, der immerhin bereits zehn Jahre in diesem Business auf dem Buckel hat. Also wer ist denn jetzt eigentlich dieser Mortis?


    "Wer ist dieser Mortis/
    Manchmal guckt er ziemlich seltsam/
    Und tanzt im Club wie deine Eltern/
    Und warum ist er nächtelang wach/
    "
    (Visa Vie auf "Wer ist dieser Mortis?")


    Ach so. Na, da wissen wir ja gleich viel mehr – oder auch nicht. Der Feature-Part der HipHop-Moderatorin Visa Vie ist der einzige auf der gesamten Platte, aber leider auch einer, der nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Sonst ist der Track ein sehr schön gewähltes Intro und stellt uns den Interpreten nicht nur ausführlich vor, sondern zollt auch einigen Deutschrap-Größen Respekt. Marc weiß sich auszudrücken und kommt durchweg ehrlich rüber, sodass man gespannt ist, ob diese Realness über 13 Tracks gehalten werden kann. Zumal es in dieser Sparte nicht jeder schafft, die Wiederholungen einzelner Phrasen zu umgehen oder den Hörer dauerhaft zu entertainen.


    Doch dem Lebenskünstler gehen die Worte selten aus – Track für Track blickt man tiefer in seine Stärken, Schwächen und die dunklen Seiten einer schimmernden Hauptstadt. Auch wenn die ein oder andere Hook etwas poppiger wirkt als auf der vorangegangenen EP und teils mehr nach gewolltem "Wir fühlen doch alle das Gleiche" klingt – die einzelnen Strophen sind noch genauso tiefgründig. Allein die Sicht auf den Alltag in der Großstadt als eine Art eigenes Vietnam zieht den Hörer schnell in seinen Bann. Denn bei "Geschrei und Gekläffe, ein Kampfhund bellt" und einem Nachbarn, der erst mal Wasser im "gepanzerten Porsche" (Mortis auf "Guten Morgen Vietnam") besorgt, schwebt einem schnell ein interessantes, kriegsähnliches Szenario in Berlin vor dem inneren Auge. Auch sonst fällt es dem Hörer leicht, den Worten von Morti zu folgen, da dieser immer die richtigen für die einzelnen Thematiken findet. Ob das die reine Selbstreflexion über das Dasein als "Versager" ist oder die Beschreibung, wie verrückt das "Leben ist" – man bekommt hier tatsächlich das eigene kleine Hollywood des Künstlers geboten. Inklusive Cameo-Auftritten in Form von textlichen Hommagen an beispielsweise die Stieber Twins, Torch oder Mach One. Man muss "eigentlich" nur hinhören. Dann bekommt man sogar mit, dass "Keine/Kontrollverlust" – mehr oder weniger – eine Fortsetzung der Geschichte der Verflossenen "Carlotta" von der vorangegangenen EP ist. Solang man sich darauf einlässt, ist dieser Mortis also ein Genie.


    "So viel Knowledge, spar dir deine Realness-Diskussion/
    Luft für vier am Mikrofon als hätte man Stieber Twins geklont/
    Dope aus Prinzip, fick mal Vorschuss und Käuferschicht/
    Ich bin so HipHop, Alter, Torch wäre stolz auf mich/
    "
    (Mortis auf "Wer ist dieser Mortis?")


    Neben all dem ist Mortis aber auch Produzent. Denn nicht nur textlich hat sich der Wahlberliner beinahe komplett auf sich selbst verlassen, auch bei den Beats wurde er nur durch ein Gitarrenriff von Woody auf dem "Weltwohnungsskit" unterstützt. Wozu auch Hilfe holen für etwas, das man ebenfalls schon eine ganze Weile macht? Die Beats gehen von ruhigen Synthesizerspuren mit hellen, glockenähnlichen Klängen über düstere und vorantreibende Töne bis hin zum Sound der '90er. Letzterer ist aber durch die unterlegten Vocals auf "Versager" doch eher nervig. Das passt einerseits auch nicht so ganz zu dem sonst eher melancholischen Grundtenor, ist andererseits aber eine gewisse Abwechslung auf dem Album. Nebenbei gilt auch bei den Instrumentals: Wer genau hinhört, erkennt die Liebe zum Detail. Bereits auf dem ersten Track kann man ein Sample von "The Doors" erkennen und später fällt dem ein oder anderen sicher auch ein Sample von Biggie auf. So kann Mortis am Ende nicht nur lyrisch überzeugen, sondern auch mit der hörenswerten musikalischen Unterlegung seiner Texte.


    "Sie sagen: 'Morti, du kommst bald in die Charts/
    Damit man für dein Album bezahlt, brauchst du bald 'nen Skandal'/
    Mehr Sex und Gewaltpotenzial/
    Also penetrier' ich *** mit 'nem halbtoten Aal/
    "
    (Mortis auf "Versager")


    Was dem Werk dann aber einen etwas komischen Beigeschmack gibt, ist der große Unterschied zwischen "Hollywoodpsychose" und seinem Vorgängerwerk "Der goldene Käfig". So konnte die EP mit Beats überzeugen, die perfekt die jeweilige Atmosphäre einfingen und dabei relativ minimal gehalten wurden, während die Beats auf dem neuen Album teils nicht ganz passen und stellenweise, wie auf bereits erwähntem "Versager", etwas überladen wirken. Es ist zwar sehr löblich, sein eigenes Album auch beattechnisch selbst zu stemmen, doch dann muss man eine gewisse Abwechslung zwischen den Tracks schaffen – was zwar vor allem durch Gesang versucht wurde, aber nicht so richtig gelang.


    Fazit:
    So kommt gegen Ende trotz textlicher Stärke und gewitzten Wortspielen eine gewisse Eintönigkeit auf – vor allem hinsichtlich des musikalischen Stils, denn ebendieser hat auf dem Album etwas erzwungen Chart-ähnliches. Was aber wiederum zum Gesamtkonzept und dem Albumtitel passt, sodass gerade das auch gewollt sein könnte. Doch immerhin weiß der Hörer am Ende, wer dieser Mortis ist. Er ist hemmungslos, ehrlich, selbstkritisch und verletzlich. Er ist ein Multitalent, das dem Hörer sowohl lyrisch als auch musikalisch Bilder in den Kopf projiziert und ihn in seine eigene kleine "Hollywoodpsychose" entführt. Nur leider hat eben auch Hollywood seine Schattenseiten und nicht jedem wird der diesmal etwas andere Sound gefallen. Es handelt sich nicht mehr um einen düster gehaltenen Schwarz-Weiß-Film, sondern um einen bunten Blockbuster, weswegen ich persönlich lieber wieder zurück in den "goldenen Käfig" gehe. Aber nichtsdestotrotz wird Marc mit diesem ersten Album sicher endlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, da er ein starkes Debüt hingelegt hat. Dass er aber durchaus Luft nach oben gehabt hätte, zeigt sich hoffentlich auf noch folgenden Werken.



    Lukas Päckert (FlatDieter)

    [REDBEW]1685 [/REDBEW]

    Bewerte diese CD:
    [reframe]reviewthread.php?reviewid=1685 [/reframe]



    [azlink]Mortis - Hollywoodpsychose[/azlink]

    Zitat

    Original von SamMylia


    Hab absurd auch schon gesagt, er solle einen Thread machen, aber er war wohl noch nicht am PC. Denke, dass da noch was kommt.


    Empfehle wirklich jedem das Tape. Das ist einfach wunderbar zu Hören.


    Eben, kann ich mich nur anschließen. Allein "Kannibalen" ist schon so herrlich schwarzer Humor. Feier ich.


    Nocebo war doch n Kollabo-Album mit Fatoni. Das war ja in dem Sinne nicht SEIN kommerzielles Album in dem Moment :)


    Und hui. Was du wieder für Fotos ausgräbst, MC 3PO :D

    Zitat

    Original von Kuhru
    Das Album müsste man sich glatt kaufen, der Track macht auf jeden Fall schonmal Hunger.


    e. Moment, der ist bei Kreismusik? Megadope, ich bekomm schon feuchte Träume von einer Lemur-Käptn Peng-Collabo :D


    Ich war auch am Anfang so "Whaaat, Kreismusik?!" und dann hab ich gedacht - passt eigentlich perfekt zu Käptn Peng, denke die sind ähnlich weird :D

    Muss den Thread mal wieder raus kramen. Der gute Junge war Donnerstag Voract für die Antilopen und hat so ne sympathische Show abgeliefert, da fand ich die Antilopen fast ernüchternd :D
    Auf jeden Fall äußerst doper Junge mit spaßigen Texten und auch noch aus Dresden, sehr zu empfehlen:


    [YOUTUBE]H25ATk1mLDM[/YOUTUBE]


    Und ansonsten ist der 17. Track von nichtsz bei mir als "Zeitvertreib - Bonusdreck" betitelt :D

    Zitat

    Original von MC 3PO
    Aber will da nicht so viel rumhacken jetzt, ist unbestritten ordentlich Arbeit, so eine Review zu schreiben.


    Ist doch durchaus ne vernünftige Kritik, die ich mir gerne gebe und insoweit ich das ähnlich sehe, gerne mit berücksichtige in Zukunft.
    Besser als manch anderer Kommentar hier ;)


    Insofern - danke dir =)

    Zitat

    Original von MC 3PO
    Review sagt mir ehrlich gesagt garnicht zu. In meinen Augen wurden da konsequent die falschen Zitate und Aspekte gewählt, um das Ding gut analysieren zu können.


    Bewertung ist ok, hätte vielleicht 4,5 Mics gegeben.


    Man muss die Zitate ja mal als Teil der kompletten Review sehen. Ich zitiere halt hauptsächlich, was mir lyrisch eben nicht so zugesagt hat, um es zu unterlegen. Aber man muss ja sagen, dass ich sie auf der anderen Seite auch durchaus lobe für ihre Leistungen und auch da Beispiele einbringe auf dem Album, ne? ;)


    Und was mich brennend interessieren würde - was hat dir denn nicht so zugesagt, wenn du sonst aber mit der Bewertung konform gehst? :)



    01. Inglehawks
    02. Intro
    03. Wadadadang
    04. Shoot em up
    05. Interlude
    06. Jinglebird
    07. Kugeln in der Luft
    08. All about automatics
    09. Getti
    10. Cenzura
    11. Straight up loc's
    12. MF Killa
    13. 165
    14. Strosseslang
    15. Dosseposs
    feat. Basstard, Trip, Tamas, Twisted Insane & Eko Fresh
    16. Outro


    Was die Westcoast-Bewegung des US-Rap angeht, kann bestimmt jeder mindestens einen Vertreter aus dem vorigen Jahrtausend nennen. Sei es nun Ice Cube, Snoop Dogg, Eazy E, 2Pac – die Liste ist lang und die Auswahl der Ohrwürmer groß. Doch mir geht es gar nicht darum, Euer kulturelles Wissen aufzufrischen, sondern um unsere Westcoast, besser gesagt St. Ingbert. Denn aus dieser Ecke kommt die Platte "Big Bad Birds" von den Inglebirds und in diesem Zusammenhang ist ein Querverweis auf die US-Westküste durchaus angebracht, wie der aufmerksame Leser noch bemerken wird. Aber erst mal heißt es jetzt:


    "Die Kanone poliert/
    Die Patronen sortiert/
    Die Szene fokussiert/
    Mit rotem Punkt auf der linken Brust/
    "
    (DCVDNS auf "Intro")


    Denn auf dem Debütalbum der Inglebirds wird scharf geschossen, mit allen Kalibern und gegen jeden, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Wenn man bedenkt, was "Die Coole Gang" (ein altes Projekt von DCVDNS und Wolfang H.) damals für Musik gemacht hat, ist das schon ein großer Unterschied. Doch der Stil fügt sich hervorragend in das Konzept von DCVDNS ein, der ja inzwischen ein furchteinflößendes Gangsterimage aufgebaut hat. Und aufgrund seines aktuellen Hypes bekommen die drei Rapper aus dem Saarland mit ihrem neuen Werk auch mehr Aufmerksamkeit als damals. Nun galt es, mit den 16 gemeinsamen Tracks den Ansprüchen gerecht zu werden, die Szene zu zerstören und nicht nur mit ein paar Guns einen auf Gangster zu machen wie viele andere. Dass sie dazu in der Lage sind, zeigen sie bereits im "Intro" und machen so gleich Lust auf das Album.


    Lyrisch ist das Album jedoch etwas durchwachsen. Auf der einen Seite sind viele Tracks gespickt mit Hommagen an die Oldschool-HipHop-Szene der USA. So heißt es unter anderem "Die ganze verdammte Welt geht vor die Hunde, ist am Verrotten, frag DFC" (Wolfgang H. auf "165") oder auch "Gangsterboogie, ich mach's wie Schooly D" (Hermann Weiss im "Intro"), um nur zwei Auszüge von vielen solcher Lines zu nennen. Doch während die Oldschooler oft positiv Erwähnung finden, gibt es natürlich gleichzeitig Lines gegen die neuzeitlichen Vertreter der Szene. Denn beispielsweise Adel Tawil oder aktuelle internationale Stars wie Mac Miller oder Macklemore dürfen mal "Lutschen an der Rugy". Leider sind es auch genau die immer wiederkehrenden Lines über den Umgang mit Waffen, die die Texte auf der anderen Seite teils etwas eintönig wirken lassen. Das mag zwar sehr unterschiedlich beschrieben sein, aber irgendwann habe ich kapiert, dass die 9mm Millimeter "Ratatat" macht und ich die "Glock an der Schläfe" habe. Aber obwohl es viel um Gewalt geht, muss man das Thema erst mal so vielseitig beschreiben und auf so viele Anglizismen und dazu passende Zeilen aus US-Tracks kommen können. Zumal aus der Reihe tanzende Tracks wie "Strosseslang" oder auch "Kugeln in der Luft" dafür umso beeindruckender wirken. So ist es in ersterem mal ganz interessant, die drei Saarländer in ihrem Dialekt rappen zu hören, während im zweiten das Thema Internetgeneration und Hate recht amüsant in Szene gesetzt wird. Kurz und knapp liegt es also im Auge des Betrachters, was er von der textlichen "Vielseitigkeit" der Inglebirds hält. Wenn er denn überhaupt hinterherkommt, was das Verstehen angeht. Immerhin wird die meiste Zeit Doubletime gerappt.


    "Hier wird gechoppt/
    Funky gerappt/
    Das sind keine Doubletimes, du Idiot/
    "
    (DCVDNS auf "Wadadadang")


    Mein Fehler. Es wird natürlich nur besonders schnell gerappt. Dadurch wird man allerdings praktisch gezwungen, das Album mehrmals anzuhören, denn erst nach wiederholtem Loopen der Scheibe bekommt man im Detail mit, worum es den Saarländern eigentlich geht. Zuvor muss man aufmerksam und angestrengt zuhören, um die Lyrics mitzubekommen. Aber durch die Beats, die alle dem Genie von Dub Gang entsprungen sind, ist das Hören auch ein großes Vergnügen. Denn ebendiese sind ebenfalls sehr an die Westcoast-Szene angelehnt. Viele Samples von alten Ami-Größen – wie zum Beispiel KRS-One – wurden als Intro oder Hook für die einzelnen Tracks genutzt und vereinen so nicht nur Deutsch- und Ami-Rap, sondern zeigen auch, wie gut das am Ende klingen kann. Musikalisch geht es sonst ebenso sehr vielseitig zu. Von Funky Jazz über melancholisch anmutende Klaviaturen und düstere Glockenbeats bis hin zum poppigen '90er-Sound setzt Wolfgangs Produzenten-Alter Ego alle Tracks gut in Szene. Mit kurzen Stücken wie dem "Interlude" oder dem amüsant zensierten "Cenzura" schafft er kurze Erholpausen zwischen dem Geflexe der Big Bad Birds. Dub Gang hat bei diesem Album wirklich alle Geschütze aufgefahren und zieht den Hörer mit jedem Beat mehr in seinen Bann.


    "Wolfgang der Psycho/
    Fickt dich, du Heiko/
    Ich stomp' dein Fuckface auf eine Bordsteinkante/
    Inglebirds Vorzeigebande/
    "
    (Wolfgang H. auf "Shoot em up")


    Dafür ist sein Rap-Alter Ego manchmal nicht ganz so ausgereift – während er auf der einen Seite mal lässig geflowt seinen Namen buchstabiert, wird auf der anderen ernsthaft "Heiko" auf "Psycho" gereimt. Natürlich reimt sich das, aber wirkt genauso unpassend wie DCVs "Halt dein Hurensohn-Maul sonst mach ich Nudelauflauf aus dir" auf dem gleichen Track. Derartige Ausrutscher beiseite ist das Zusammenspiel der drei perfekt. Jeder flowt enorm schnell und gekonnt über den Beat, der aggressive Stil von Hermann Weiss bildet einen guten Kontrast zu DCVDNS, während dessen Technikversiertheit wieder den Kontrast zu Wolfgang H.s teilweiser Gleichgültigkeit beim Schreiben bildet. Da hätte es nicht mal Features gebraucht. Aber den großen Kollabo-Track "Dosseposse" ließen sich die Inglebirds trotzdem nicht nehmen und holten sich unter anderem den Kalifornier Twisted Insane mit ins Boot. Der überzeugt mit einem unfassbar guten Gastbeitrag, wie auch Basstard oder Tamas, während ein Eko Fresh aufgrund der textlichen Plumpheit eher auf der Strecke bleibt. Trotz alledem ein guter Abschluss, bevor im "Outro" dann die Psyche der Interpreten vollends versagt und man sich seiner selbst nicht mehr ganz sicher ist.


    Fazit:
    Am Ende lässt mich "Big Bad Birds" mit gemischten Gefühlen zurück. Es ist vielleicht kein völlig herausragendes, aber das einzige Album der Inglebirds, wenn man ihrer Trennungsansage Glauben schenkt. Und insofern ist es durchaus eine große Bereicherung in der Deutschrap-Landschaft. Denn lässt man die teils vorhandenen textlichen Mängel und den einen oder anderen Zweckreim außen vor, so bleibt zumindest eines: Ein Gesamtwerk, ähnlich dope wie eine alte Westcoast-Platte, auch wenn es einem anfangs genauso schwer fällt etwas zu verstehen, wenn man nicht genau hinhört. Nur liegt das bei den Inglebirds nicht daran, dass der Rap auf Englisch ist, sondern an der Schnelligkeit der Vortragsweise und der einen oder anderen verschluckten Silbe. Mit ein bisschen mehr Vorlaufzeit wäre das Album vielleicht noch ein Stück besser geworden. So hat es hingegen einen leicht enttäuschenden Beigeschmack wie der BuViSoCo-Auftritt.



    Lukas Päckert (FlatDieter)

    [REDBEW]1657 [/REDBEW]

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    [azlink]Inglebirds – Big Bad Birds[/azlink]