Samras Facetten-Armut

  • Samra ist erst kürzlich zusammen mit Capital Bra mal wieder auf der Spitzenposition der Charts gelandet. In einem extrem kurzen (vor Mero und Co. hätte man sogar sagen können Rekord-) Zeitraum hat er es geschafft, zu einem der erfolgreichsten Rapper Deutschlands zu werden, was man vor allem auch an den Chart-Plazierungen seiner Songs sehen kann. Egal ob alleine, mit einem oder mit mehreren Features, nahezu jede Single von ihm schafft es, sich mehrere Wochen auf einer guten Position der musikalischen Bestenliste zu halten. Auch der Abgang von Bushido hat seinem Erfolg nicht geschadet, es ist ihm vielmehr gelungen, seinen Status als Sidekick schnell wieder abzulegen. Damit ist er Mosenu wahrscheinlich um einige Jahre voraus.


    Das alles sei ihm auch gegönnt, nach wie vor halte ich es für ein gutes Zeichen, dass so harter, kompromissloser Rap Erfolge feiert. Meine Freude über neue Samra-Singles hält sich aber immer stärker in Grenzen, da ich während des Hörens direkt das Gefühl habe, den Song bereits auswendig zu kennen.


    [youtube]6j5kjkHCzR8[/youtube]


    Seit seinem ersten Song mit Bushido hat Samra kontinuierlich dieselbe Art von Track gemacht. Ein harter, melancholischer Beat (idealerweise mit einem Klaviersample) rattert im Hintergrund, während er mit den immer selben Ausdrücken von seinem ehemals harten, sündenerfüllten Straßenleben und dem jetzigen Erfolg rappt. Dazu fliegen diverse Zigaretten durchs Video.
    Das einzige, was die aktuelle Single "Malboro Rot" von den zehn anderen davor unterscheidet, ist die Abwesenheit einer eingängig gesungenen Hook mit Autotune-Elementen. Eine Passage nach diesem Muster fungiert nämlich dieses Mal als Ausklang des Songs und kommt daher nur einmal vor.


    Dabei liegt die Kritik daran vor allem im verschwendeten Potential. Wie immer beweist Samra auf seinem neuen Track, dass er eine krasse Stimme besitzt, die er mit einem guten Flow kombinieren kann. Auch die Texte sind bei ihm an sich nicht von schlechten Eltern. Schade also, dass er es sich selber so einfach macht, dutzendfach das selbe Lied zu produzieren, anstatt den Fans mehr als nur eine einzige Facette von ihm zu zeigen, seit er durch EGJ an die Oberfläche der Raplandschaft befördert wurde.


    Der Vorwurf ist an sich ja nichts Neues. Auch beispielsweise Raf Camora und Bonez MC mussten sich wie so viele andere schon anhören, sie würden nur den funktionierenden Sound immer wieder reproduzieren. Besonders laut wurden diese Rufe erst vor kurzem bei Samras aktuellem besten Freund Capital Bra.
    Besonders dieser hat aber auch noch während seines großen Erfolges viel herumprobiert und von kompromisslos hartem Rap bis zu purem Autotune-Geträller alles gemacht, woran er Spaß hatte. Statt nur von seinem Ghetto-Lifestyle zu erzählen, mischten sich auch häufiger verschiedene andere Thematiken und Stimmungslagen hinein und Capi gab einen tiefen Einblick in seine Gedanken und Emotionen.


    Auch wenn er in dieser Hinsicht im vergangenen Jahr vielleicht sogar ein Extrembeispiel der anderen Seite war, zeigt ihm sein Kumpel doch, wovon Samra – gewollt oder ungewollt – weit entfernt ist. Auch wenn seine Rap-Persona mittlerweile gut etabliert ist, hat er seit einem Jahr kaum mehr gezeigt als am Start seiner Karriere.


    [youtube]7hXLTrQmoEY[/youtube]


    Ob er tatsächlich nur dieses eine Stück Persönlichkeit besitzt, oder ob er sich seit "Hades" nur sehr radikal an das Prinzip "Never change a running system" hält, wird sich auf seinen zukünftigen Releases zeigen. Gut vorstellbar, dass er seinen Style ein Album lang durchziehen kann. Auch Capital hat schon gezeigt, dass er kein Problem damit hat, ein ganzes Release lang auf dem selben Beat zu performen.
    Seine Fans wird das wahrscheinlich trotzdem nicht davon abhalten, jeden Song nach Schema F mit dem gleichen Enthusiasmus zu empfangen und werden voraussichtlich noch eine Weile brauchen, ehe sie realisieren, dass sie für die volle Samra-Erfahrung eigentlich auch ein, zwei Tracks im Loop hören könnten.
    Musiker brauchen auch ohne Einflüsse des Marktes einige Jahre ihrer Karriere, um wirklich unterschiedliche Facetten von sich zu zeigen. Aber auch wenn Samras vergleichsweise kurz ist, sollte er nach über einem Jahr doch den Anspruch an sich selbst haben, mal zwei tatsächlich verschiedene Songs zu produzieren.


    (Nicht im Chor)

  • Wir haben halt 2019, Hauptsache es klingt geil, Text ist mittlerweile doch eh egal


    Wenn man sich nur Charts anhört, dann geb ich dir Recht, aber Musik wird mMn nicht nur an Erfolg gemessen. Des Weiteren Erfolg nicht gleich Qualität.
    Will hier keine Diskussion mit dir starten, weil du eh zu stur bist, aber wollte unterstreichen, dass ich deine Meinung im Bezug auf dieses Thema sehr eindimensional finde und sie nicht teile.

  • Wenn man sich nur Charts anhört, dann geb ich dir Recht, aber Musik wird mMn nicht nur an Erfolg gemessen. Des Weiteren Erfolg nicht gleich Qualität.
    Will hier keine Diskussion mit dir starten, weil du eh zu stur bist, aber wollte unterstreichen, dass ich deine Meinung im Bezug auf dieses Thema sehr eindimensional finde und sie nicht teile.



    wieso bin ich zu stur? die sachen die viele Klicks haben haben zu recht ihre Aufmerksamkeit, manchmal ist die Aufmerksamkeit ein wenig zu viel des guten, aber ist ja jetzt auch nicht so als wäre irgendein schlecht produzierter Müll in den Charts

  • wieso bin ich zu stur? die sachen die viele Klicks haben haben zu recht ihre Aufmerksamkeit, manchmal ist die Aufmerksamkeit ein wenig zu viel des guten, aber ist ja jetzt auch nicht so als wäre irgendein schlecht produzierter Müll in den Charts


    Da steckt kein Herz drin Digga. Das ist Plastikmusik, egal wieviele andere das hören. Du bist selber Künstler Digga, wenn das dein Anspruch ist, dann kann ich dir bei FB auch entfolgen haha

  • Zitat

    Mein Anspruch ist geile Musik zu machen die man sich ohne Fremdscham geben kann.

    Typ .. Musik Geschmack ist zwar die Interpretation der Hörer. Aber wenn ich mir deine gequirlte kacke Anhöre, hinterfrage ich deinen Beitrag noch mal und bilde mir laut eine Meinung darüber.


    Zitat

    wieso bin ich zu stur? die sachen die viele Klicks haben haben zu recht ihre Aufmerksamkeit, manchmal ist die Aufmerksamkeit ein wenig zu viel des guten, aber ist ja jetzt auch nicht so als wäre irgendein schlecht produzierter Müll in den Charts

    Solltest du Musik leben, ich finanziere mir nun schon Jahre mein leben damit.. Dann hättest du nicht diese Worte gewählt.Zumal das, doch paradox deiner Aussage gegenüber ist) .. denn du stehst sicher nicht in den Charts. (Abgesehen davon, das dass was du Produzierst/Machst/Rappst etc etc.. Müll ist, ist es doch deiner Meinung nach gute Musik?


    Du hast nicht den reinsten Schimmer, was für Musik den Menschen da draußen entgeht, weil die Subkultur Playlisten folgt, anstatt wieder was neues zu erkunden. Liegt wohl einfach daran das mittlerweile jeder Musik macht, und man abgestumpft ist, wirklich wieder nach Leuten zu suchen, die sich hervorheben.


    Zitat

    aber ist ja jetzt auch nicht so als wäre irgendein schlecht produzierter Müll in den Charts


    Ob etwas "Gut Produziert" ist, textlich inhaltlich ist, oder Mehrwert hat, sind nur die kleinsten Faktoren. Als beisp. ich und mein holz oder andere belanglose deutsche Schlager kacke. Es geht um Hype, Promo, Verkauf und Maximale Reichweite. Nichts mehr. Heiße Luft..

    Du kannst viele Boxen/CD's verkaufen, erhältst durch und durch gute Feedbacks von Tausenden von Zuhörern, kommst aber dennoch nicht in die TOP 10. Es sei denn du Schreibst vorher eine Single die viral geht auf gut Glück. Dann haste ein Platz in den Charts. Also erzähle nicht so einen Müll.


    Grüße aus Wien.

    Chak!

  • Zitat

    Du hast nicht den reinsten Schimmer, was für Musik den Menschen da draußen entgeht, weil die Subkultur Playlisten folgt, anstatt wieder was neues zu erkunden. Liegt wohl einfach daran das mittlerweile jeder Musik macht, und man abgestumpft ist, wirklich wieder nach Leuten zu suchen, die sich hervorheben.

    Damit liegst du daneben - schon historisch gesehen. Unser Referenzwert sind da stets die USA und dort drüben hat sich Musik schon immer seinen hohen Stellenwert bewahrt. Das geht bis in die Siedlerzeit zurück aber es reicht, wenn man sich das 20. Jahrhundert ansieht und man erkennt welch hohen Stellenwert die Musik in den USA hatte und zwar für das Individuum. Das war so beim Swing über Jazz, Pop und reicht bis Rap.

    Wir müssen uns nichts vormachen und nicht so tun als wenn wir alle so auf Musik abfahren würden. Dem Durchschnittsbüttel gereicht es völlig wenn er von jedem seiner Sternchen immer und immer wieder den gleichen Gangstamist zu hören bekommt. Und dieser Typ hörer will auch gar nichts Neues - er will genau das.

    Von ein paar Individuen mal abgesehen sind wir alles mögliche - aber garantiert keine "Fans" von Musik.


    Die Amis lachen sich doch schlapp darüber dass man in DE 10 Jahre lang über das vermeintliche ticken von Dope rappen kann und die Leute das noch immer hypen. Oder davon wie krass man drauf ist obwohl die Todesopfer deutscher Gangwars doch eher überschaubar ist :D

  • Ich finde die Herangehensweise ganz komisch. Sich darüber beschweren wie Menschen Musik konsumieren, ist doch kein Lösungsansatz. Früher waren es halt Alben und jetzt sind es Streamingportale. Als wäre es so wenig vorhersehbar gewesen, dass sich auch der Weg, um an Musik ranzukommen wandeln würde. Chakuza (falls du tatsächlich der Chakuza bist) kann sich ja mal den Song "2030" von Prinz Pi (den du ja glaube ich nicht so feierst) aus dem Jahre 2008 gönnen. Es gibt bestimmt auch Songs, die nicht um 10 Jahre daneben liegen.


    Typen, die Playlisten folgen, tun das halt, weil es für sie der vermeintlich einfachste Weg ist, um an die Musik heranzugelangen, die sie halt gut finden. Dass da einiges auf der Strecke bleibt, weil Playlisten willkürlich zusammengestellt sind, ist klar. Aber das ist nicht das Problem dieser Leute, weil wenn diese Leute ein Problem damit hätten, würde es sich ja so äußern, dass sie musikalisch nicht ausgefüllt sind und dann würden die Leute ja in der Folge auch was anderes pumpen als immer die gleiche Playlist.


    Dazu kommt, und das ist ein wichtiger Punkt, dass sowohl der Künstler als auch der Hörer stets einer musikalischen Entwicklung unterliegt, ob er will oder nicht. Auch das kann ich am Beispiel Chakuza erläutern. Ich habe eine gute Schulfreundin, die vor 15 Jahren als wir uns kennenlernten komplett Punkt war. Die hat Rap gehasst und alles was mit der Kultur Hip Hop zu tun hatte. Ich hab damals wie verrückt Sachen von ersguterjunge gepumpt. 10 Jahre später (nach dem Abi) haben wir an der gleichen Uni studiert und waren mit ihrem Auto unterwegs. Ich hatte sie in der Zeit nach dem Abi nicht oft gesehen und wusste nicht, was so bei ihr abging. In ihrem Auto lief plötzlich "Ballonherz" von Olson und verschiedenste Mücke von Rappern, die ich zum größten Teil 10 Jahre zuvor cool fand - von Chakuza über Prinz Pi bis hin zu Sido. Sie hat halt eher die aktuellen Sachen die besagten Künstler gefeiert, mit denen ich wenig anfangen konnte. Sie hat mich gefragt, ob ich mit ihr auf ein Konzert will, und nicht verstanden, als ich da mal so gar keinen Bock drauf hatte. Das ist halt die musikalische Entwicklung. Der Künstler und auch der Hörer. Oder was glaubt ihr, warum kaum einer, der vor 15 Jahren Kolle, Pi, Bushido oder Sido gepumpt hat, noch das jetzige Zeug pumpt. Das hat nix mit Samra, Mero oder Rin zu tun.


    Das was erfolgreich ist, ist nicht erfolgreich, weil es das Beste ist, aber es ist nicht "ohne Grund" erfolgreich. Es ist erfolgreich, weil es der gemeinsame Nenner von Personen ist. Das war übrigens auch vor der Zeit von Spotify und Playlists so. Damals wurde dieser gemeinsame Nenner vom TV, Radio und später Internet (Youtube) beeinflusst. Wenn da kein oder kaum deutscher Hip Hop lief, konnte deutscher Hip Hop selten der gemeinsame Nenner sein. Das hat sich halt jetzt etwas gewandelt.

    nach intensiver Selbstbeobachtung glaube ich außerdem, dass ich schwul oder zumindest bi bin



    khabas therapieren mein mobile phone

  • Zitat

    Ich finde die Herangehensweise ganz komisch. Sich darüber beschweren wie Menschen Musik konsumieren, ist doch kein Lösungsansatz. Früher waren es halt Alben und jetzt sind es Streamingportale.

    Wer beschwert sich denn? Streamingportale sind ein Medium und prima Vertriebskanal.


    Zitat

    Typen, die Playlisten folgen, tun das halt, weil es für sie der vermeintlich einfachste Weg ist, um an die Musik heranzugelangen, die sie halt gut finden.

    Hörer werden genau so erzogen wie kleine Kinder mit dem Essen. Dieser Hörertypus macht sich niemals die Mühe zu checken dass, wenn er auf eine bestimme Mucke steht, vielleicht nochmal die Fühler ausstreckt und woanders schaut.

    Nein..ist ein ein akkustischer walled garden in dem sich dieser Typ aufhält.


    Zitat

    Das was erfolgreich ist, ist nicht erfolgreich, weil es das Beste ist, aber es ist nicht "ohne Grund" erfolgreich. Es ist erfolgreich, weil es der gemeinsame Nenner von Personen ist. Das war übrigens auch vor der Zeit von Spotify und Playlists so

    Jep, das war schon immer so. Trotzdem ist insbesondere Rap ein Genre welches einen derben Qualitätsverfall erlitten hat. Ich meine nicht die Qualität der Sounds, sondern des Erfindungsreichtums und insbesondere der Sprache.

    Dass, was der Gangstarap heute an Text abliefert ist Unterschicht. Und ich meine nicht zwangsweise die Themen..man kann von der Strasse rappen und trotzdem, in seinem Umfeld lyrischen Sprachwitz und Wortgewalt entwickeln.

    Die Sprache und Muster sind degeneriert und die Charts fortschreitend schlechte Kopien von dem Mist der davor lief.

    Das gleiche gilt für die Hörer..

  • Wer beschwert sich denn? Streamingportale sind ein Medium und prima Vertriebskanal.

    ChakuzaWien


    Hörer werden genau so erzogen wie kleine Kinder mit dem Essen. Dieser Hörertypus macht sich niemals die Mühe zu checken dass, wenn er auf eine bestimme Mucke steht, vielleicht nochmal die Fühler ausstreckt und woanders schaut.

    Nein..ist ein ein akkustischer walled garden in dem sich dieser Typ aufhält.

    Ja und? Die Hörer entscheiden sich aber selbst dazu. Sie werden nicht gezwungen. Klar ist das ein wenig selbstdenkender Hörertypus, aber der will es auch gar nicht sein.


    Jep, das war schon immer so. Trotzdem ist insbesondere Rap ein Genre welches einen derben Qualitätsverfall erlitten hat. Ich meine nicht die Qualität der Sounds, sondern des Erfindungsreichtums und insbesondere der Sprache.

    Dass, was der Gangstarap heute an Text abliefert ist Unterschicht. Und ich meine nicht zwangsweise die Themen..man kann von der Strasse rappen und trotzdem, in seinem Umfeld lyrischen Sprachwitz und Wortgewalt entwickeln.

    Die Sprache und Muster sind degeneriert und die Charts fortschreitend schlechte Kopien von dem Mist der davor lief.

    Das gleiche gilt für die Hörer..

    Nein, Rap hat keinen Qualitätsverfall erlitten. Das ist der falsche Schluss. Rap hat sich in verschiedene Richtungen weiterentwickelt und die heutzutage erfolgreichste finden wir halt größtenteils scheiße. Andere finden die aber gut. Ich mag diese ganzen Meros auch nicht, aber du kannst Musik nicht so stark auf Einzelaspekte herunterbrechen. Diesen Rap so zu denunzieren ist extrem kurzsichtig, weil du gar nicht versuchst zu verstehen, weshalb das so viele Leute gut finden.


    Und davon ab, die Musik und die Künstler, die wir vor 10 oder 15 Jahren totgefeiert haben, machen auch immer noch Musik zu 90%. Sie sind halt nur oftmals scheiße oder weniger erfolgreich. Und auch neue Künstler machen aus unserer Perspektive wertvolle Sachen, stehen nur halt nicht so im Mittelpunkt. Wahrscheinlich gibt es heute deutlich mehr qualitativ hochwertige Musik im Bereich Deutschrap, sie steht nur oft nicht so im Mittelpunkt, aber das ist doch okay. Ich will gute Musik hören und mir ist egal, ob die 14-jährigen Kanacks das auf dem Schulhof auch pumpen.

    nach intensiver Selbstbeobachtung glaube ich außerdem, dass ich schwul oder zumindest bi bin



    khabas therapieren mein mobile phone

  • Zitat

    Ja und? Die Hörer entscheiden sich aber selbst dazu. Sie werden nicht gezwungen. Klar ist das ein wenig selbstdenkender Hörertypus, aber der will es auch gar nicht sein.

    "Entscheiden" tun die gar nix - die hören was gepusht wird und in letzter Konsequenz sind die lediglich ein Filter für das was geht oder eben nicht. Wer geht denn schon noch auf die "Suche"? Ich meine wenn jemand mit Rap in Berührung kommt und denkt "geiler scheiß" - wie viele von denen schaffen es denn mal sich aktiv umzusehen, den alten Jungs nachzuspüren usw?



    Zitat

    Nein, Rap hat keinen Qualitätsverfall erlitten. Das ist der falsche Schluss.

    Wir können gerne Wortspiel und Lyric vom GangstaRap durchkauen - die Amis als Referenz - oder von mir aus die deutschen (erfolgreichen) Rapper in 90 - 2000. Mein Standpunkt bleibt: Auch der Rap über die Straße kann den Hörer fordern und überraschen ohne permanent die durchgekauten Klischees zu verarbeiten - thematisch und sprachlich.

    Wobei letzteres möglicherweise mit dem allgemeinen Sprachverfall zusammenhängt.


    Zitat

    Und auch neue Künstler machen aus unserer Perspektive wertvolle Sachen, stehen nur halt nicht so im Mittelpunkt. Wahrscheinlich gibt es heute deutlich mehr qualitativ hochwertige Musik im Bereich Deutschrap, sie steht nur oft nicht so im Mittelpunkt, aber das ist doch okay. Ich will gute Musik hören und mir ist egal, ob die 14-jährigen Kanacks das auf dem Schulhof auch pumpen.

    Don't get me wrong! Ich sehe auch gute Leute - ich rede vom kommerziell erfolgreichen Chartrap. Und der folgt zu 100% den Prinzipien des schlechten Pop oder Schlagers: Leicht verdaulich muss es sein und es folgt dieser Logik in jedem Detail.


    Mir ist durchaus bewusst dass sich das Spiel vor Ewigkeiten schon geändert hat aber für mich bleibt der Rap eben authentische Mucke, wohl bewusst dass ich damit zu einer "aussterbenden" Generation gehöre ;)

  • "Entscheiden" tun die gar nix - die hören was gepusht wird und in letzter Konsequenz sind die lediglich ein Filter für das was geht oder eben nicht. Wer geht denn schon noch auf die "Suche"? Ich meine wenn jemand mit Rap in Berührung kommt und denkt "geiler scheiß" - wie viele von denen schaffen es denn mal sich aktiv umzusehen, den alten Jungs nachzuspüren usw?

    was laberst du für einen müll? natürlich entscheiden die. die entscheiden, dass sie sich die playlists gönnen anstatt sich anderweitig musik anzuhören. ich weiß worauf du hinaus willst, aber zu dem schluss zu kommen, dass den leuten etwas vorgesetzt wird, was sie nicht wollen, ist einfach falsch. klar werden durch playlists meinung gemacht, aber that's business. durch werbung wird auch meinung gemacht. die leute, die da blind hinterher laufen tun das halt.


    btw ist das mit der "fehlenden suche" doch nicht nur auf leute beschränkt, die sich playlists anhören. wenn ich auf youtube gehe, und sehe rapper x (den ich kenne und ganz gut finde) hat einen song gedroppt, dann höre ich mir den eher an als den neuen song von rapper y (den ich nicht kenne). das ist natürlich nochmal was anderes, aber auch ich verweigere an der stelle die suche nach neuem, was mir gefallen könnte. weil das halt meine entscheidung ist.

    Wir können gerne Wortspiel und Lyric vom GangstaRap durchkauen - die Amis als Referenz - oder von mir aus die deutschen (erfolgreichen) Rapper in 90 - 2000. Mein Standpunkt bleibt: Auch der Rap über die Straße kann den Hörer fordern und überraschen ohne permanent die durchgekauten Klischees zu verarbeiten - thematisch und sprachlich.

    Wobei letzteres möglicherweise mit dem allgemeinen Sprachverfall zusammenhängt.

    wenn du auf den sprachverfall und thematische einfältigkeit bei rap aus den bekannten playlists hinauswillst, dann gebe ich dir nicht unrecht, aber dahinter stelle ich auch ein dickes "ok boomer". du beschreibst kein rapproblem, sondern ein gesellschaftliches phänomen, was es damals (ich bin 25) auch in meiner zeit als teenager gab. die sprache entwickelt sich halt in verschiedenen demopraphischen und gesellschaftlichen schichten - auch in richtungen, die nicht gerade anspruchsvoll erscheinen. diese neue welle an shishabar-rappern hat zu 95% migrationshintergrund und kommt zu 75% aus unterer mittelschicht oder drunter. der inhalt der texte (auch und gerade rhetorisch) spiegelt das wieder, was die halt in ihren freundeskreisen auch so "leben".

    Don't get me wrong! Ich sehe auch gute Leute - ich rede vom kommerziell erfolgreichen Chartrap. Und der folgt zu 100% den Prinzipien des schlechten Pop oder Schlagers: Leicht verdaulich muss es sein und es folgt dieser Logik in jedem Detail.


    Mir ist durchaus bewusst dass sich das Spiel vor Ewigkeiten schon geändert hat aber für mich bleibt der Rap eben authentische Mucke, wohl bewusst dass ich damit zu einer "aussterbenden" Generation gehöre ;)

    ich frage mich aber, was dein problem damit ist. das jemand den "rap" beschmutzt? dass es weniger realrap-rapper gibt?


    und das mit der authenzität ist schwierig. kollegah hat auch keine drogen gedealt und bushido war nicht 24/7 im ghetto vorzufinden. da sind die shishabar-rapper rein inhaltlich doch authentischer, wenn sie von ihren uhren und amgs rappen, die sie ja tatsächlich haben.

    nach intensiver Selbstbeobachtung glaube ich außerdem, dass ich schwul oder zumindest bi bin



    khabas therapieren mein mobile phone

  • Zitat

    was laberst du für einen müll? natürlich entscheiden die. die entscheiden, dass sie sich die playlists gönnen anstatt sich anderweitig musik anzuhören. ich weiß worauf du hinaus willst, aber zu dem schluss zu kommen, dass den leuten etwas vorgesetzt wird, was sie nicht wollen, ist einfach falsch. klar werden durch playlists meinung gemacht, aber that's business. durch werbung wird auch meinung gemacht. die leute, die da blind hinterher laufen tun das halt.

    Erst schreibst du ich rede Müll und dann bestätigst du meine Aussage? Entscheide dich mal...


    Zitat

    diese neue welle an shishabar-rappern hat zu 95% migrationshintergrund und kommt zu 75% aus unterer mittelschicht oder drunter. der inhalt der texte (auch und gerade rhetorisch) spiegelt das wieder, was die halt in ihren freundeskreisen auch so "leben".

    Das gilt für die meisten Rapper überall (und jetzt bitte keine NWA Vergleiche..). Jedoch unterscheidet sich die Einstellung und der Wille zur "Bildung" erheblich. Du findest zb in den Aussagen von US Rappern sehr häufig Aussagen zur Bedeutung von Bildung - gerade wenn es um Unterschichten geht. Und Bildung ist der einzige Weg an der persönlichen Situation etwas zu ändern wenn man nicht sein Leben lang Pizzen kutschieren will. Das liegt aber u.a. auch an den Unterschieden im Strafrecht, der Knäste und auch der Sozialsysteme. Bei uns hier ist es völlig OK ein Idiot zu sein und zu bleiben.



    Zitat

    ich frage mich aber, was dein problem damit ist. das jemand den "rap" beschmutzt? dass es weniger realrap-rapper gibt?

    Ich finde es beklagenswert dass diese Musik mehr Rück- als Fortschritte macht. Inhaltlicher Natur.


    Zitat

    und das mit der authenzität ist schwierig. kollegah hat auch keine drogen gedealt und bushido war nicht 24/7 im ghetto vorzufinden. da sind die shishabar-rapper rein inhaltlich doch authentischer, wenn sie von ihren uhren und amgs rappen, die sie ja tatsächlich haben.

    Gangstarap ist naturgemäß Fakerap und die Überspielung und Übertreibung und Überzeichnung ist völlig OK und gehört zum Genre.

    Aber ich finde es auch hier beklagenswert dass jeder auf die gleiche weise über gleiche Themen rappt und dass die Kids offenbar gar keinen Anspruch mehr an die Musik, bzw. Texte haben.

    Man sollte sich bei all dem auch an die Wurzeln erinnern und die Bedeutung, die Sprache in der ganzen Sache hatte.


    Wenn wir das aus der Rechnung rausstreichen dann steht ein rappender Lombardi auf der gleichen Ebene wie die Typen in den Rap Charts.

    Dann ist es kein Rap mehr sondern nur noch Pop Musik die sich wie Rap anhört.

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