Flüchtlingsdebatte

  • Bedeutet, dass es hier freie Kapazitäten gibt, Flüchtlinge aufzunehmen.

    Du weißt, dass ich das nicht buchstäblich gemeint habe. Die Begründung des Bundes bezieht sich auf meine rhetorische Frage: Es ist völlig richtig, dass Deutschland hier nicht (wie immer in "europäischen Fragen") die Pionier-Rolle übernimmt. Und selbst wenn, nur weil einzelne Bundesländer (angeblich) über Kapazitäten verfügen, kann man nicht darüber reden, dass wir in Deutschland generell Platz haben. Interessant übrigens, wie auch hier wieder Demos völlig in Ordnung sind und nicht bedenklich wegen Corona.


    Davon abgesehen, nehmen wir meine Aussage als Gedankenexperiment doch mal buchstäblich: Ich sehe jetzt auch nicht wie Deutschland krasse Kapazitäten haben soll. Freund von mir findet in Thüringen seit Monaten keine Wohnung. Wo sollen die alle hin? Warum wird nicht konsequent verteilt, so wie es die "Europäische" Doktrin doch vorschreibt? Wie du schon sagtest, ein Armutszeugnis.

  • Demos sind grundsätzlich in Ordnung, dass vor 2 Wochen eine Demo stattfand war auch in Ordnung. Wichtig wird es wie dann demonstriert wird, also so Fragen wie Abstand, Mund-Nasen-Schutz, usw. Weiß jetzt aber nicht wie es bei den jetzigen Demos da ausschaut.


    Bzgl der Wohnungen: Hier ist ja auch die Frage, von welchen Wohnungen man spricht. Ich sag mal so, du und ich haben andere Vorstellungen an eine Wohnung als ein Flüchtling, für den alles eine Verbesserung darstellt als die Unterbringung in Moria (okay, auf dich trifft das vielleicht doch nicht zu). Flüchtlinge werden ja durchaus in Sammelunterkünften oder ins letzte heruntergekommene Loch gesteckt, dein Freund wird sich solche Wohnungen sicherlich nicht angucken. Für Flüchtlinge sind diese Wohnungen dennoch eine massive Verbesserung zur jetzigen Lage.

  • Demos sind grundsätzlich in Ordnung, dass vor 2 Wochen eine Demo stattfand war auch in Ordnung. Wichtig wird es wie dann demonstriert wird, also so Fragen wie Abstand, Mund-Nasen-Schutz, usw. Weiß jetzt aber nicht wie es bei den jetzigen Demos da ausschaut.


    Bzgl der Wohnungen: Hier ist ja auch die Frage, von welchen Wohnungen man spricht. Ich sag mal so, du und ich haben andere Vorstellungen an eine Wohnung als ein Flüchtling, für den alles eine Verbesserung darstellt als die Unterbringung in Moria (okay, auf dich trifft das vielleicht doch nicht zu). Flüchtlinge werden ja durchaus in Sammelunterkünften oder ins letzte heruntergekommene Loch gesteckt, dein Freund wird sich solche Wohnungen sicherlich nicht angucken. Für Flüchtlinge sind diese Wohnungen dennoch eine massive Verbesserung zur jetzigen Lage.

    Das ist wohl eine romantisierende und auch etwas herablassende Betrachtung des "Flüchtlings". Wenn der Flüchtling ein echter Flüchtling wäre, wäre er auch in der Türkei happy. Oder irgendwo sonst, wo er nicht in Lebensgefahr ist. In den meisten Fällen wäre letzteres auch beim Flüchtling zuhause der Fall. Der Flüchtling will sich aber wirtschaftlich verbessern (nix Verwerfliches) und hat in seiner Heimat, in sozialen Netzwerken und von Schleppern hundertundeine Geschichte gehört, wie toll das Leben im Schlaraffenland Deutschland nicht ist. Mama Merkel schenkt dir ein Haus, hamdulillah. Mit der Realität in Deutschland konfrontiert, macht sich beim Flüchtling oft Enttäuschung breit, jedenfalls bei der Art von Heimatland-Mittelklasse-Flüchtling, dessen teure Reise ins Paradies Germany für die Familie zuhause ein Investment darstellt. Die eigene Arbeitskraft ist nicht gefragt, weil die Qualifikationen nicht ausreichen, und die Sozialleistungen sind auch nicht so toll wie man sie sich erwartet hat, auch wenn sie für die Steuerzahler, die Mama Merkels großes Herz finanziell unterfüttern, teuer genug sind. Und wenn alle Flüchtlinge so dankbar für ihre Sammelunterkünfte sind, weil die ja eine Mordsverbesserung zur gewohnten Schilfhütte daheim darstellen, warum zünden sie diese tollen Unterkünfte immer wieder an?

  • Zitat

    Bedeutet, dass es hier freie Kapazitäten gibt, Flüchtlinge aufzunehmen. Thüringen bspw. hatte das auch bereits angeboten. Der Bund sperrt sich aber dagegen, da das ja das politische Signal an die anderen EU-Staaten senden würde, dass Deutschland im Zweifel immer aufnimmt. Ist halt schon ein Armutszeugnis der europäischen Politik, dass sich da seit 2015 nichts verbessert hat.

    Das ist auch Objektiv zu kurz gedacht.

    Afrikanischer Kontinent: Demografische Entwicklung und Ernährung, beides eine absehbar beschissene Entwicklung. Man geht jetzt schon davon aus, dass dort mindestens 130 Millionen Menschen sofort bereit wären, sich auf den Weg zu machen wenn sie KÖNNTEN (d.h. genug Geld hätten). Und irgendwann wird die Not so groß sein, dass tatsächlich regelrechte Völkerwanderungen einsetzen.


    Polemisch: Europa wird "überrannt" werden und das ist keine exklusive AfD Formel sondern ganz normale "Zukunft" in einer Welt mit so vielen Menschen und den technischen Möglichkeiten. Solche Menschenwanderungen sind in der Menschheitsgeschichte auch nichts Neues oder besonderes.


    Um das zu verhindern bräuchte es eine ganz andere Dimension von Anstrengungen die dafür sorgt dass die Leute bleiben können wo sie sind und dort ein vernünftiges Leben haben. Und das wird definitiv nicht passieren, denn eine Grundlage wäre ein wirklich globales Verständnis für uns als eine Spezies.


    Unsere Regierungen werden den Dammbruch, so lange es geht, verhindern wollen. Im Grunde kann man sich nur fragen ob man das unterstützt oder nicht und was man bereit ist zu tun um den Status-Quo so lange wie es geht zu erhalten.


    Und wer ernsthaft glaubt, mit nordafrikanischen Clanbrüdern sowas wie Rechtsstaatlichkeit erhalten zu können ist ziemlich naiv.

  • Hast du mir gerade wirklich vorgeworfen Flüchtlinge herablassend zu betrachten, nur um anschließend den Beitrag rauszuhauen?

    Zur Debatte "Wir haben Platz" vs. Wohnungsnot sagst du quasi "Die armen Flüchtlinge brauchen sowieso nur Löcher, die kein Deutscher will, ergo kein Problem". Denke mit herablassend hab ich das perfekte Wort gefunden und kann mir daher stolz auf die Schulter klopfen. Meine Position würde ich als realistisch beschreiben.

  • Zitat

    Für Flüchtlinge sind diese Wohnungen dennoch eine massive Verbesserung zur jetzigen Lage.

    Wie kommst du auf sowas?

    Man muss vorher nicht in Lehmhütten hausen um festzustellen dass ein abgefuckter verschimmelter Wohnblock auch nicht erstrebenswert ist. Der Kontext macht den Unterschied. Ein Gammeliges Steinhaus ist in irgend einem Slum eine tolle Sache, weil es besser ist als die Alternative. In Deutschland stehen neben dem gammeligen Block aber all die anderen schönen Sachen - also ist der Block Mist, egal woher man kommt.

  • Zur Debatte "Wir haben Platz" vs. Wohnungsnot sagst du quasi "Die armen Flüchtlinge brauchen sowieso nur Löcher, die kein Deutscher will, ergo kein Problem". Denke mit herablassend hab ich das perfekte Wort gefunden und kann mir daher stolz auf die Schulter klopfen. Meine Position würde ich als realistisch beschreiben.

    Wie oft warst du bereits in Flüchtlingsunterkünften? Viele davon wohnen nunmal in Häusern, die vorher freigestanden haben und jetzt in Eile notdürftig renoviert wurden, damit da Leute untergebracht werden können. Teilweise leben die auch in Unterkünften, die kann man wirklich als "letztes Loch" bezeichnen. Das ist nicht herablassend ggü. Flüchtlingen gemeint, das ist einfach die Realität. Natürlich, wenn die Glück haben, haben die auch Wohnungen auf Harzt IV-Niveau, aber es ist jetzt nicht die Ausnahme, dass es nicht so ist. Ich sage auch nicht, dass die Flüchtlinge nichts anderes brauchen und damit wohl auf Lebzeiten happy sind, die Realität ist aber schon seit 2015 eben so. Und eine Verbesserung zu Morai ist es allemal, denn dann wären ihre Unterkünfte zumindest menschenwürdig. Flüchtlinge leben oft in Unterkünften, in denen Deutsche nicht leben möchten, ist nun mal ein Fakt. Wenn ein Deutscher die Wahl hat, lebt er dort nicht.

    Wie kommst du auf sowas?

    Man muss vorher nicht in Lehmhütten hausen um festzustellen dass ein abgefuckter verschimmelter Wohnblock auch nicht erstrebenswert ist. Der Kontext macht den Unterschied. Ein Gammeliges Steinhaus ist in irgend einem Slum eine tolle Sache, weil es besser ist als die Alternative. In Deutschland stehen neben dem gammeligen Block aber all die anderen schönen Sachen - also ist der Block Mist, egal woher man kommt.

    Ich spreche ja jetzt von Morai. Da lebten 13.000 Menschen in einem Flüchtlingslager, das mit einer Kapazität für 2.800 Menschen ausgelegt ist. Natürlich stellen Unterkünfte in Deutschland, auch wenn es schlechte sind, eine Verbesserung dar. Außerdem ist es generell für die Menschen besser, dass sie schnell Hilfe bekommen. Registrierung, Asylantrag, Aufenthaltserlaubnis (damit auch die Erlaubnis der Erwerbstätigkeit), bis hin zur Niederlassungserlaubnis, all das dauert Zeit und ist teilweise mit Zeiten verbunden, die erfüllt sein müssen. Ein Flüchtling nach § 25 Abs. 2 S. 1 AufenthG kann z.B. eine Niederlassungserlaubnis nach 3 bzw. 5 Jahren erhalten (je nachdem wie hoch der Anteil seines Lebensunterhalts ist, den er selbstständig sicherstellt), die Frist beginnt aber erst ab Erhalt der Aufenthaltserlaubnis, wobei Zeiten ab Stellung des Asylantrages mitberücksichtigt werden können. Wobei hier das BAMF dann auch erstmal über den Widerruf entschieden haben muss, was dann auch wieder eine längere Dauer zur Folge haben kann.

  • Hier wird wieder zu emotional argumentiert. In Berlin wurden vorgestern 13000 Stühle für Moria aufgestellt und gestern brennt es ab. Aber man darf nicht über Brandstiftung nachdenken? Und direkt wird gesagt, dass man diese aufnehmen kann? Was ist mit den nächsten, die durch die immer wieder anfallenden Pull-Effekte nachkommen. Warum ist Deutschland eins von drei Ländern, die einer "europäischen" Lösung zustimmen? Warum sieht sich Deutschland ständig als morale Instanz?

  • Zitat

    Ich spreche ja jetzt von Morai. Da lebten 13.000 Menschen in einem Flüchtlingslager, das mit einer Kapazität für 2.800 Menschen ausgelegt ist. Natürlich stellen Unterkünfte in Deutschland, auch wenn es schlechte sind, eine Verbesserung dar. Außerdem ist es generell für die Menschen besser, dass sie schnell Hilfe bekommen. Registrierung, Asylantrag, Aufenthaltserlaubnis (damit auch die Erlaubnis der Erwerbstätigkeit), bis hin zur Niederlassungserlaubnis, all das dauert Zeit und ist teilweise mit Zeiten verbunden, die erfüllt sein müssen. Ein Flüchtling nach § 25 Abs. 2 S. 1 AufenthG kann z.B. eine Niederlassungserlaubnis nach 3 bzw. 5 Jahren erhalten (je nachdem wie hoch der Anteil seines Lebensunterhalts ist, den er selbstständig sicherstellt), die Frist beginnt aber erst ab Erhalt der Aufenthaltserlaubnis, wobei Zeiten ab Stellung des Asylantrages mitberücksichtigt werden können. Wobei hier das BAMF dann auch erstmal über den Widerruf entschieden haben muss, was dann auch wieder eine längere Dauer zur Folge haben kann.

    Dem kann ich nur zustimmen.

    Zeigt aber auch, dass unsere Rechtsprechung dahingehend nicht taugt. Bzw. wir brauchen innerhalb der EU (und DE) Gesetze an die man sich auch halten _kann_. Man sieht jedenfalls, dass es so nicht gut funktioniert, weder für die einen noch die anderen. Und normale Einwanderungsprogramme sind auch Blödsinn weil die da drüben überhaupt nichts anzubieten haben. Ich denke, die Nationalisten werden sich langfristig durchsetzen und entsprechend "nachbessern".

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!