Beatmaker: Künstler oder Dienstleister?

  • Ich denke ein grundlegendes Problem ist schonmal, dass sich die meisten Beatproduzenten selbst als Dienstleister ansehen. Guckt euch nur in diesem Thread um.


    Wenn ein Rapper einen Produzenten anschreibt für ne Zusammenarbeit. So what?
    90% der Beatbauer wollen doch direkt Kohle sehen für was, was man auch einfach als Zusammenarbeit releasen könnte. Wenn der Rapper kein Geld verdient, warum muss er dann immer bezahlen?


    Das heißt im Endeffekt für Rapper: sie müssen ordentlich investieren um nen guten Sound hinzukriegen. Für Beatmaker ist es dann so, dass sie Geld kriegen und bekannter werden?
    Ich mein klar kosten Plug-Ins ne menge Geld, aber auch Rapper müssen Equipment kaufen und ne DAW etc.


    Wenn man dann merkt, dass der Sound der Beats zur Lyrik des Raps passt ist doch alles gut? Der Produzent kann doch genausogut dem Rapper sagen: "ey die und die Line is scheiße..", genauso wie der Rapper sagen kann: "die Drums sind wack, mach mal anders"


    Manchmal weiß ich nicht ob die meisten Beatbauer nur zuviel auf Soundclick unterwegs sind oder woran das liegt..


    edit: hate me now

  • Zitat

    Original von Dougles Heffernan


    Warum fühlt ihr euch angegriffen? Ich habe absolut nichts gegen das Sampeln gesagt, im Gegenteil sogar, ich habe mich als absoluter 'Sampelfan' geoutet. Das Problem ist glaube ich auch ganz einfach, dass wir ein grundlegend anderes Kunstverständnis haben. Ich kann auch ohne schlechtes Gewissen einfach mal gutes Handwerk loben; für dich muss scheinbar alles was Wert hat direkt das Qualitätssigel Kunst haben, bevor du es gutheißen kannst. Außerdem kann man das gar nicht Pauschalisieren, ich habe nur gesagt, dass es zu einem guten Hip Hop Beat oft nicht mehr als ein gutes Sample und fette Drums braucht. Ich meine kennt ihr das nicht? Oft sind gerade Beats, die man in 30 min macht die besten. Wenn man erst mal Stunden an einem Beat dran sitzt und 20 Spuren durch 5 Equalizer und Parameter gejagt hat, dann ist das Ergebnis oft einfach nur überladener Schrott.


    Desweiteren habe ich betont, dass ich mich hier wirklich auf 'Hip Hop Producer' beschränke, also Producer, die für einen Rapper einen Beat machen. Klar mag es auch Producer, wie z.B. Pretty Lights geben, dessen Beats für sich alleine stehen können und natürlich ist das dann auch Kunst. Was ich also sagen wollte ist einzig und allein, dass ein guter Hip Hop Producer kein 'Künstler' sein muss um dope simple Beats zu produzieren.


    ich fühl mich angegriffen weil das etwas ist was mir von diversen leuten die mit der art musik zu machen ständig an kopf geworfen wird. Vieleicht ist künstler das falsche wort. Musiker trifft es eher, weil niemand einem hier absprechen wird das nen sample beat auch musik ist. Und trotzdem hört man als jemande der sample beats machet (was in meinem fall besonder ironisch ist da ich ca. 85% der samples selbst mache aufnehem und dann sample) das man doch überhaupt nichts machen würd bla bla bla. ich bin sicher ihr kennt das. Und deswegen bin ich der meinung das man uns einfach auch mal ruhig denn nötigen respekt entgegenbringen darf, auch wenn unsere besten beats simpel sind.


    edit: zu der geld disskusion: Ich persönlich hab noch nie geld für nen beat genommen. Aber ich arbeite auch nur mit rappen die mich als eigenständigen musiker respektiern und eben denn sound denn ich von mir aus mach auch so wollen. Eine zusammenarbeit auf augenhöhe (wie ko.lips schon schrieb) ist mir eh mehr wert als geld, da ich da mit dem entprodukt einfach zufriedener bin.

  • Zitat

    Original von N30


    ich fühl mich angegriffen weil das etwas ist was mir von diversen leuten die mit der art musik zu machen ständig an kopf geworfen wird. Vieleicht ist künstler das falsche wort. Musiker trifft es eher, weil niemand einem hier absprechen wird das nen sample beat auch musik ist. Und trotzdem hört man als jemande der sample beats machet (was in meinem fall besonder ironisch ist da ich ca. 85% der samples selbst mache aufnehem und dann sample) das man doch überhaupt nichts machen würd bla bla bla. ich bin sicher ihr kennt das. Und deswegen bin ich der meinung das man uns einfach auch mal ruhig denn nötigen respekt entgegenbringen darf, auch wenn unsere besten beats simpel sind.


    Sorry, aber du bist einfach behindert, keiner wirft dir vor, dass du mit Samples arbeitest, ich am allerwenigsten.

  • Zitat

    Original von Dougles Heffernan


    Sorry, aber du bist einfach behindert, keiner wirft dir vor, dass du mit Samples arbeitest, ich am allerwenigsten.


    ich finde es einfach unangehm das diese art musik zu machen herrabgestuft wird (in dem man sagt es ist ein ahndwerk und keine kusnt tust du das in meinen augen). Wenn dus feierst (und glaub ich auch selber betreibst) dann ist das in meinen schwachsinn. Du bist auch behindert, aber eigentlich war der thread zum diskutieren da und nicht um uns gegenseitig zu beleidigen.

  • Zitat

    ich finde es einfach unangehm das diese art musik zu machen herrabgestuft wird (in dem man sagt es ist ein ahndwerk und keine kusnt tust du das in meinen augen). Wenn dus feierst (und glaub ich auch selber betreibst) dann ist das in meinen schwachsinn. Du bist auch behindert, aber eigentlich war der thread zum diskutieren da und nicht um uns gegenseitig zu beleidigen.


    Geiler Post... einfach nur geil xD bist du besoffen?

  • Zitat

    Original von El Toro
    Wenn man dann merkt, dass der Sound der Beats zur Lyrik des Raps passt ist doch alles gut? Der Produzent kann doch genausogut dem Rapper sagen: "ey die und die Line is scheiße..", genauso wie der Rapper sagen kann: "die Drums sind wack, mach mal anders"


    alter, irgendwie richtig guter Gedankengang! Mal ein ganz neuer Denkanstoss, muss ich mir merken yo

  • Ich verlange mittlerweile Geld wenn mich ein Rapper anschreibt und ein Exclusive will. Wenn jemand zu mir kommen würde und sagen würde "das und das sample gefällt mir, mach doch mal einen Beat daraus" und dann kein Problem damit hat, dass ich den Beat selbst veröffentliche, dann ist das ein ganz anderes Thema.
    Aber ich finde dieses Exclusive-Gewichse einfach furchtbar anstrengend. Weil ich als Producer habe dann wirklich garnix davon, wenn ein Gelbstern mich im Titel erwähnt.
    Wenn ein unbekannter Rapper den Luxus will einen Beat ganz für sich allein zu haben, dann kann ich für ein paar Stunden Arbeit auch ruhig ein paar Euro verlangen. Luxus kostet immer. Man kann Wasser aus dem Hahn fast gratis haben oder teures Voss-Wasser kaufen. Wenn ein Noname ein Exclusiv will/nötig hat, dann bezahlt er halt. Wenn er nicht zahlen will, kann er sich gern die Freebeats auf meiner AP ziehen, die halt schon andere Leute benutzt haben - davon wird sein Track ja nicht (noch) schlechter.

  • Zitat

    Original von Claude Gable
    Ich verlange mittlerweile Geld wenn mich ein Rapper anschreibt und ein Exclusive will. Wenn jemand zu mir kommen würde und sagen würde "das und das sample gefällt mir, mach doch mal einen Beat daraus" und dann kein Problem damit hat, dass ich den Beat selbst veröffentliche, dann ist das ein ganz anderes Thema.
    Aber ich finde dieses Exclusive-Gewichse einfach furchtbar anstrengend. Weil ich als Producer habe dann wirklich garnix davon, wenn ein Gelbstern mich im Titel erwähnt.
    Wenn ein unbekannter Rapper den Luxus will einen Beat ganz für sich allein zu haben, dann kann ich für ein paar Stunden Arbeit auch ruhig ein paar Euro verlangen. Luxus kostet immer. Man kann Wasser aus dem Hahn fast gratis haben oder teures Voss-Wasser kaufen. Wenn ein Noname ein Exclusiv will/nötig hat, dann bezahlt er halt. Wenn er nicht zahlen will, kann er sich gern die Freebeats auf meiner AP ziehen, die halt schon andere Leute benutzt haben - davon wird sein Track ja nicht (noch) schlechter.


    Da stimme ich dir einhundert Prozent zu.


    Ich an deiner Stelle würde sogar noch weit mehr als 15 Euro verlangen. Ich meine wenn man mal überlegt wie viel Zeit so ein Beat wirklich alles in allem in Anspruch nimmt; eingerechnet Sample Auswahl, eingerechnet Cutten und Bearbeitung, eingerechnet Mischen... usw. Wenn man an so nem Beat 3 Stunden hockt, dann sind das 5 Euro pro Stunde - sprich unter dem Mindestlohn. :D

  • ich würde niemals konkrete vorschriften machen, was für beats mir jemand zu bauen hätte. bin eher der typ der fertige beats hören möchte und diese bei gefallen dann wählen würde.


    demnach sind für mich natürlich beatbauer auch künstler, sie bieten allerdings mit zahlungspflichtigen exclusives im grunde auch dienstleistungen an.

  • Künstler bin ich wenn ich meine Klavierlieder schreibe oder Beats für mich selbst produziere. In gewisser Form sind Beatmaker auch Dienstleister, zumindest wenn sie etwas damit verdienen wollen. Wenn mir dann genau gesagt wird was ich zu tun habe, habe ich auch kein Problem damit, dann geht es sogar schneller. Das sind in der Regel dann aber auch Beats die ich mir im Nachhinein nicht mehr anhöre. Ich sehe das Ganze so: Auch Mozart hat Klavierunterricht gegeben und Auftragsarbeiten verfasst. War er deswegen kein Künstler? Der Vergleich hinkt ein wenig weil er seinen Lebensunterhalt damit finanzieren musste, was wohl nur Wenige hier tun :D


    Edit: Hab das Fazit vergessen: Im Grunde schließt das eine das andere gar nicht aus.

  • Künstler ist man dann, wenn man sich über bestimmte Themen äußert in form seiner Kunst eben.
    Das kann passieren indem man sich hinsetzt und ein leeren Notenblock füllt bis sich darin ein Musikstück liest, oder man etwas altes, schon dagewesenes nimmt und auf Grundlage dessen was völlig neues formt.


    Dienstleister ist man ja schon dann, wenn man irgend was zurück erwartet, ob in form von geld, oder speziell hier in form von Votes und Feedbacks.

    Jeder Gewichtet das Verhältniss zwischen Ausdruck und Gegenleistung für sich selber und somit dürfte es schwer fallen eine allgemein gültige Antwort zu finden was genau ein "beatmaker" denn nun ist, jedoch denke ich, dass wir alle unterm Strich doch irgendwie beides sind.


    Das was in jedem Fall raus kommt, egal welches Gleichgewicht man nun für sich gefunden hat ist Musik.
    Egal ob Künstler oder Dienstleister, auf jeden fall sind wir Musiker.

    [align=center][size=12]https://soundcloud.com/pascal-b-hmer[/SIZE][/align]
  • Ich will garnicht auf Anweisung bauen. Ernsthaft manche kommen an und wollen einen geilen oldschoolbeat von mir "und mach so eine Ohrwurmhook rein". Sag mal gehts noch? Denke wer als Rapper keine Vollpfeiffe ist kommt mit sowas garnicht an. Dass man Details auf Wunsch verändert ist kein Thema aber "bau mal einen Beat wie bei XY" und XY macht eine ganz andere Stilrichtung ist einfach frech. Da wird man wirklich degradiert und nicht als Künstler anerkannt - oder wenigsten als jemand, der immerhin zu 50% zum Endprodukt beiträgt.

  • Zitat

    Original von Claude Gable
    Ich will garnicht auf Anweisung bauen. Ernsthaft manche kommen an und wollen einen geilen oldschoolbeat von mir "und mach so eine Ohrwurmhook rein". Sag mal gehts noch? Denke wer als Rapper keine Vollpfeiffe ist kommt mit sowas garnicht an. Dass man Details auf Wunsch verändert ist kein Thema aber "bau mal einen Beat wie bei XY" und XY macht eine ganz andere Stilrichtung ist einfach frech. Da wird man wirklich degradiert und nicht als Künstler anerkannt - oder wenigsten als jemand, der immerhin zu 50% zum Endprodukt beiträgt.


    Claude ich weiß garnicht worüber du dich so aufregst, wie schon gesagt wurde, dir als Beatbauer steht es doch frei zu entscheiden, mit wem du Musik machen möchtest und mir wem nicht.


    Diese"bau mir mal 'nen beat der muss so und so klingen, ich will aber nicht viel, am besten garnichts, bezahlen" Mentalität. Ist wohl nicht nur ein Problem von Producern im Rap-Bereich. Eher lässt es sich auf die Verfügbarkeit (Youtube, Facebook, Spotify, R.in...usw) zurückführen. Denn man kann, wenn man will, alles saugen und das umsonst, hier geht einfach die Wertschätzung von Musik verloren, dementsprechend auch die Wertschätzung zum Musiker...und jemand der noch nie einen Beat selber gebaut hat und weiß wieviel Arbeit/Liebe und Schweiß dadrin stecken, ist halt nicht bereit zu zahlen...

  • Dienstleister sind für mich die Typen die in der Woche 20 Leasingbeats auf Soundclick raushauen, von denen alle sehr massentauglich klingen. Da gehts nur um Kohle.


    Ich seh mich eher als Künstler der seine eigenen Ideen umsetzen möchte. Wenn dann jemanden ein Beat gefällt, umso besser.


    Nach festen Vorgaben würde ich nicht arbeiten, ich bin ja kein Computer, aber wenns persönlich passt kann man ja locker mit dem Rapper zusammen sitzen und den Beat bauen, quasi schon im laufenden Prozess seine Ideen mit reinbringen. Dann hat man nachher "Produkte" hinter denen man stehen kann und nicht irgendeinen austauschbaren Sound den man nur solange produziert bis jemand anders kommt ders für weniger macht.

  • interessante und leider bekannte diskussion


    Zitat

    Original von amaze
    Leasingbeats


    ein schreckliches wort. versteh nicht wozu man sowas überhaupt braucht.


    Zitat

    Original von Claude Gable
    Weil ich als Producer habe dann wirklich garnix davon, wenn ein Gelbstern mich im Titel erwähnt.
    Wenn ein unbekannter Rapper den Luxus will einen Beat ganz für sich allein zu haben, dann kann ich für ein paar Stunden Arbeit auch ruhig ein paar Euro verlangen.


    ich hoffe du hast dich nur falsch ausgedrückt.
    was du davon haben könntest ist einfach ein guter track. ist doch scheißegal ob der rapper bekannt ist und wieviel posts er in einem forum hat. wer gezielt für fame oder geld musik macht macht was falsch!


  • Naja, wenn man aber nicht denkt, dass der Rapper den Beat verbessert, sondern für den Produzenten der Beat eigenständig schon den eigenen Ansprüchen entsprechen, wieso dann nichts dafür verlangen, wenn Rapper XYZ den Beat benutzen will?
    Man kann ihn natürlich auch verschenken, aber ich sehe jetzt nichts Verwerfliches darin dafür Geld zu verlangen.

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