Haben dümmere Menschen eine geringere Persönlichkeit und Moral?

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    Original von Synapse


    War klar, dass so etwas kommt. Trotz Forschungen, Studien usw., wird die Wisenschaft immer auch angezweifelt werden, aber das hier ist eigentlich für jedes Kind nachvollziehbar. Die Profs haben sich das außerdem nicht ausgedacht, sie geben das weiter, was erforscht wurde. Umgekehrt gefragt: willst du nun schlauer sein? Ignoranz ist jedenfalls kein Argument.


    Zufällig studiere ich Psychologie und du möchtest mir nicht wirklich erzählen, dass sämtliche Profs einem Irrtum unterliegen und ich eigentlich gar nichts glauben darf.


    Nur weil etwas nachvollziehbar ist, heißt nicht, dass es auch richtig ist. Auch zu diesem Thema gibt es sicherlich sehr viele theorien, die alle nachvollziehbar sind. Das hat mit ignoranz wenig zu tun, sondern ist lediglich eine differenzierte betrachtungsweise. Ich will dadurch nicht schlauer sein, sondern wollte lediglich darauf hinweisen, das es soetwas wie hieb und stichfeste Fakten un einzig wahre Wahrheiten nichtgibt. Alles ist nur theorie und gilt bis es widerlegt wird.
    Du studierst psychologie? Macht dich das jetzt zum experten? Ich studiere Geschichte und weiß trotzdem nicht wo der erste Mensch gelebt hat oder was genau während der Bauernaaufstände passiert ist, weil jede wissenschaftliche Quelle eben was anderes sagt. Und wo kommen die wissenschaftlichen forschungsergebnisse her? Kann nicht ein anderer prof mit anderen quellen und forschungsobjekten ein völlig anderes Ergebnis erzielen? Zumal diese eben auch letztlich immer eine interpretation sind.

  • Zitat

    Original von Kuhrunir Glan


    Dann schau mal, ob ich damit besser treffe: Wissenschaft definiert sich über ihren korrektiv, darüber, dass sie undogmatisch ist. Sobald sie dogmatisch ist, ist es keine Wissenschaft mehr. Sicher hast du Recht, wenn du sagst, das unreflektierter Glaube an wissenschaftliche Erkenntnisse auch unsinnig sein kann, aber der wissenschaftlichen methode kann man rückhaltlos vertrauen, weil sie logisch ist.
    Und das ändert übrigens nichts daran, dass deine ersten beiden Zeilen unsinn waren.


    du redest von "undogmatisch", im gleichen satz schreibst du "rückhaltlos vertrauen".


    ich glaube du lernst besser erstmal, was "dogmatisch" heißt.



    ich weiß gar nicht wieso immer vn "der wissenschaft" geredet wird. Es gibt nich teine wissenschaft.
    frag mal 100 physik profs wie viele aggregatzustände es gibt, 50 sagen es gibt drei, die anderen 50 sagen es gibt vier. wer hat jetzt "recht"?
    ich nehme gerade die physik als beispiel, denn gerade da gibt es so unfassbar viele widersprüche in sich auf die die wissenschaftler täglich stoßen. wenn sie einen gelöst haben, kommt der nächste. es gibt einfach keine absolute wahrheit, kein absolutes recht und somit auch keine absolute wissenschaft.

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    Original von R.alf


    du redest von "undogmatisch", im gleichen satz schreibst du "rückhaltlos vertrauen".


    ich glaube du lernst besser erstmal, was "dogmatisch" heißt.


    Du kennst die wissenschaftliche Methode, ja? Dann weißt du, dass sie undogmatisch sein muss, weil es ihr einziger Inhalt ist, alles permanent in Frage zu stellen. Wie bitte kann denn die wissenschaftliche Methode dogmatisch sein, erklär mir das.

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    Original von Ossi-Eastborn
    Und weil in der Wissenschaft alles eindeutig und unfehlbar ist, trifft seine Behauptung nicht zu? Jeden Tag wird man mit neuen wissenschaftlichen Theorien zugeballert, die sich teilweise gegenseitig aushebeln und alles wird als wahr betrachtet nur weil ein paar Profs das so sagen, aber diejenigen, die den Profs alles glauben und es stets für Bare Münze halten, sind jetzt die intelligenten?


    Nein, in der Wissenschaft ist nicht alles eindeutig und unfehlbar.


    Theorien können nicht verifiziert werden, Modelle stellen die Realität nur in vereinfachter Form dar und bei vielen Beobachtungen und Statistiken gibt es Messungenauigkeiten und fehler in der Methodik.


    Also nein, in der Wissenschaft ist vieles weder eindeutig noch unfehlbar,
    aber trotzdem ist die Wissenschaft das was am nähesten an Eindeutigkeit und Unfehlbarkeit rankommt... und wenn jemand meint "pff, Wissenschaft ist ja auch nicht unfehlbar, also kann ich genausogut auch auf mein Bauchgefühl, auf Bauernweisheiten, auf die Bibel oder Tarot-Karten vertrauen", dann ist derjenige ein Idiot.


    Die Theorien von Lawrence Kohlberg sind schlüssig und wer sich die Zeit nimmt und die Mühe macht, sich damit auseinanderzusetzen, begreift das auch.



    @ Ralf: Rassenkunde war keine Wissenschaft, sondern Pseudowissenschaft, die dem Zweck der Propaganda dient. Das hat mit echter Wissenschaft recht wenig zu tun und auch Theorien dass die Erde flach ist, oder was weiß ich, entsprächen den heutigen Ansprüchen an Wissenschaftlichkeit nicht.

  • wer redet denn hier von der wissenschaftlichen methode an sich, ich rede davon; sobald hier einer ankommt und kohlbergs dreieck in einer diskussion "dumm gegen klug" einsetzt wird dieses dreieck dogmatisch genutzt. warren blitz (oder wer auch immer das jetzt nochmal war) hat festgelegt, dass das was das dreieck darstellt unumstößlich ist. und das ist die dogmatische nutzung einer wissenschaftlichen forschung.

  • Zitat

    Original von R.alf
    wer redet denn hier von der wissenschaftlichen methode an sich, ich rede davon; sobald hier einer ankommt und kohlbergs dreieck in einer diskussion "dumm gegen klug" einsetzt wird dieses dreieck dogmatisch genutzt. warren blitz (oder wer auch immer das jetzt nochmal war) hat festgelegt, dass das was das dreieck darstellt unumstößlich ist. und das ist die dogmatische nutzung einer wissenschaftlichen forschung.


    Dieses Dreieck ist ein Modell zu einer Methode. Das hat soviel mit Wahrheit zu tun, wie eine Schaufel mit dem Boden.
    Nur weil er es einbringt, heißt es doch nicht, dass es automatisch dogmatisch gebraucht wird. Es ist einfach ein modell, um Verhaltensweisen schlüssig erklären zu können. Und aus Warrens Kommentaren liest man doch eindeutig heraus, dass er sich bewusst ist, dass es eben nur ein Modell ist.
    Übrigens hab ich hauptsächlich das Halbwissen aufgegriffen, dass du in deinen Kommentaren verbreitet hast, und nicht deine Intention.

  • Zitat

    Original von R.alf
    wer redet denn hier von der wissenschaftlichen methode an sich, ich rede davon; sobald hier einer ankommt und kohlbergs dreieck in einer diskussion "dumm gegen klug" einsetzt wird dieses dreieck dogmatisch genutzt. warren blitz (oder wer auch immer das jetzt nochmal war) hat festgelegt, dass das was das dreieck darstellt unumstößlich ist. und das ist die dogmatische nutzung einer wissenschaftlichen forschung.


    Wo genau hab ich denn geschrieben dass das unumstößlich ist?


    Nichts ist unumstößlich.


    Wenn du eine plausible Gegentheorie hast, nur her damit.


    Aber einfach zu sagen "meh, ich vertrau dieser Wissenschaft und diesen komischen Profs irgendwie nicht" ist Schwachsinn.


    Man sollte immer das als wahr annehmen was am plausibelsten ist, solange bis es widerlegt wird.


    Ich glaube dass jeden morgen die Sonne aufgeht... das ist auch nur eine Theorie und ich halte sie solange für wahr, bis irgendwann mal die Sonne nicht aufgeht.

  • Warum scheint niemand zu verstehen, dass der Satz "Und weil wissenschaft eindeutig und unfehlbar ist..." ironisch gemeint ist?


    Naja, vielleicht sollten wir auch aufhören darüber zu diskutieren wie toll oder nicht toll die Wissenschaft ist und zurück zum Thema der moralisch und individuell unfähigen "dummen" Menschen kommen.


    e. und zu dem Dreieck: der Stein des Anstoßes war lediglich, dass es sich dabei eben nur um EINES von VIELEN Modellen handelt. Der Wahrheitsgehalt des Dreicks an sich wurde nicht angezweifelt.

  • Zitat

    Original von Ossi-Eastborn
    Warum scheint niemand zu verstehen, dass der Satz "Und weil wissenschaft eindeutig und unfehlbar ist..." ironisch gemeint ist?


    Naja, vielleicht sollten wir auch aufhören darüber zu diskutieren wie toll oder nicht toll die Wissenschaft ist und zurück zum Thema der moralisch und individuell unfähigen "dummen" Menschen kommen.


    e. und zu dem Dreieck: der Stein des Anstoßes war lediglich, dass es sich dabei eben nur um EINES von VIELEN Modellen handelt. Der Wahrheitsgehalt des Dreicks an sich wurde nicht angezweifelt.


    Ralf hat den Sinn und Zweck von Wissenschaft und dem Modell angezweifelt und es kam so rüber als würdest du ihm beipflichten in seinem "Wissenschaft ist was für Idioten und so ne Kacke brauchen wir nicht" Gelaber.


    Wenn du ihm nicht beipflichtest, versteh ich nicht warum du überhaupt was dazu geschrieben hast.

  • Zitat

    Original von WarrenBlitz


    Ralf hat den Sinn und Zweck von Wissenschaft und dem Modell angezweifelt und es kam so rüber als würdest du ihm beipflichten in seinem "Wissenschaft ist was für Idioten und so ne Kacke brauchen wir nicht" Gelaber.


    Wenn du ihm nicht beipflichtest, versteh ich nicht warum du überhaupt was dazu geschrieben hast.


    er sagte ursprünglich lediglich, dass es sich um ein Modell von vielen handelt, der Wahrheitsgehalt also nicht eindeutig ist. Und da pflichte ich bei, denn für gewöhnlich das erste was man im Studium lernt ist, dass Wissenschaft nicht unfehlbar ist und es eben keine Wahrheit gibt. Man kann nur versuchen mittels Theorien etwas zu erklären und diese Theorien werden dann als Erklärung herangezogen, solange sie nicht widerlegt werden, was je nach Schlüssigkeit sehr schnell gehen kann oder ewig dauert.
    Dass die Wissenschaft aber nicht für voll genommen werden kann oder nur Humbug ist hat ja nie einer behauptet, es kam von euch aber so rüber, als würdet ihr sie als, wie hier so schön gesagt wurde, dogmatisch, also verbindlich ansehen und dass besagte Theorie wahr ist, weil sie Logisch ist. Ebenso wie die Theorie zur "Wissenschaftlichen Methodik" zu der es gleichermaßen hunderte von Interpretationen, Texte und Meinungen gibt.

  • Zitat

    Original von Ossi-Eastborn
    er sagte ursprünglich lediglich, dass es sich um ein Modell von vielen handelt, der Wahrheitsgehalt also nicht eindeutig ist.


    Zitat

    Original von R.alf
    das ist auch nur ein modell von tausenden


    du stellst das gerade als einzig wahres ding hin


    ich aber sage: menschen brauchen nicht sone kacke um sich selber in schubladen zu stecken. wir lernen von klein auf uns und andere in schubladen zu stecken, und dann gibts so idiotenpsychologen die die schubladen immer mehr verfeinern und kleiner machen, sodass auch für wirklich jeden eine da ist.


    Ne, Brudi. Er hat nicht lediglich darauf hingewiesen dass Wissenschaft nicht unfehlbar ist.



    Zitat

    Dass die Wissenschaft aber nicht für voll genommen werden kann oder nur Humbug ist hat ja nie einer behauptet


    Ne, statt Humbug hat er "Kacke" gesagt.

  • Ich finde die Fragestellung eigentlich viel zu interessant, um das ganze hier im Spam untergehen zu lassen.


    Die Frage an sich ist ja, ob dümmere Menschen weniger Moral entwickeln. Wenn man das ganze etwas dehnt und sagt, dass etwa jemand, der mutwillig Sachen zerstört, mit Schreckschusspistolen um sich schießt oder laut Musik hört einfach zum einen weniger Empathie an den Tag legt und sich der Konsequenzen nicht unbedingt bewusst ist, dann dürfte das bereits Teil der ganzen Antwort sein.
    Aber ich würde nicht sagen, dass primär mangelnde Intelligenz ein Auslöser für asoziales Verhalten sein dürfte sondern viel mehr mangelnde Erziehung und Entwicklung.
    Genetisch wird sicherlich niemanden in die Wiege gelegt, dass er laut pöbelnd an UBahn-Stationen andere Leute belästigt oder häufig in Straftaten verwickelt wird. Zumindest nicht primär oder sekundär.
    Die Frage ist ja auch zu aller erst mal:
    Wie definiert man "Dummheit" eigentlich. Prinzipiell ist es leicht zu sagen, dass jemand, der einen hohen Grad an Moral, Etikette und Bildung aufweißt auch als intelligent zu bezeichnen ist. Aber jemand ohne großes soziales Interesse, schlechten Noten und Mainstream Musikgeschmack ist nicht automatisch dumm.
    > Tendenziell eher weniger intelligent, allerdings nicht zwangsweise dumm.


    Zitat

    Das eine bezieht sich auf die Moral, das andere auf die geringere Persönlichkeitsentwicklung. Ich kriege es häufig mit das Menschen, Musik aus den Charts hören, nur weil sie gerade beliebt ist und es ihnen dadurch gefällt, da sie in der Gesellschaft mehr integriert und akzeptiert werden.


    Das ist sehr weit ausgeholt, aber ich habe mich das schon oft selbst gefragt und gewissermaßen Beobachtungen gemacht.
    Ich bin ein Mensch, der mit progressivem Rock groß geworden ist, früh auf Metalkonzerten war, Musik verstehen will und inzwischen in fast jedem Genre die für mich komplexesten und gleichzeitig interessantesten Künstler rausgesucht hat. Meine Musikbibliothek reicht von Talk Talk zu JAW, von Meshuggah zu Noisia, von Miles Davis über Tool zu Anathema. Und trotzdem genieße ich es, auf Parties mit anderen Leuten Mainstreammukke zu hören. Ich find es cool, wenn Leute zu gewissen Songs einfach abgehn und gut drauf sind.
    Ausserdem erwisch ich mich selber, wie ich Songs von David Guetta oder
    Linkin Park feier. Das ist völlig okay.
    Musikgeschmack mit Intelligenz zu begründen erscheint oftmals enorm engstirnig. Es gibt viele Chartsongs, bei denen es mir die Nackenhaare zu Berge stellt und ich nicht begreifen kann, wie sich solch Zeug verkauft.
    Aber ich habe es auch geschafft eine Freundin von mir, die Nicki Minaj und Rihanna feiert auf einen Jazzkeller-Abend zu schleifen und es hat ihr gefallen.


    Ob das ganze etwas mit "dazugehören" oder "nicht dazugehören" zu tun hat, will ich nicht belegen müssen. Denn für mich selber geht es definitiv nicht darum, mich auszugrenzen. Für mich ist komplexe Musik lediglich interessanter. Ich kann einfach mehr damit anfangen, wenn der Beat aus dem Rhythmus sticht, die Texte tiefgängig und melodramatischer sind. Aber andere Menschen wollen damit eben nichts zu tun haben. Manche stehen halt mehr auf Partymukke und fröhlicherer Musik. Einfach nur, weil sie andere Emotionen mit der Musik verbinden und es andere Gefühle in ihnen weckt.


    Es mag ja auch stimmen, dass das ganze einen gewissen Rückschluss auf Persönlichkeitsmerkmale gibt:
    Nimm den Myers-Briggs-Typindikator und wende ihn sowohl auf durchschnittliche Intelligenzquotienten an sowie auf präferierten Musikgeschmack. Dazu gibt es wohl keine Studien, du wirst aber sicherlich merken, dass ein ESFP Mensch eher auf heitere Musik steht und mehr Charts hört, eher eine Ausbildung macht als studiert, eher im sozialen oder öffentlichen Dienst arbeitet und weniger verdient, als ein INTJ, der eher Jazz oder Metal hört, einen akademischen Grad erreicht und primär im wirtschaftlichen oder medizinisch-mathematischen Bereichen tätig ist.


    Aber gut, es ging dir ja primär um das allgemeine Verhalten der Menschen an sich. Asoziales Verhalten setzt meiner Meinung nach wie gesagt eine Fehlprägung in der Entwicklung voraus.
    Dabei wird gewissen Potenzial einfach nicht genutzt, Perspektiven nicht wahrgenommen und falsche Wege eingeschlagen. Eins führt zum anderen, man schmeißt die Ausbildung, nimmt Drogen, landet in der Gosse. Natürlich ist das der absolut drastischste Weg der passieren könnte aber jede kleine Veränderung in unserer Entwicklung beeinflusst auch gewissermaßen unser Verhalten und unsere Persönlichkeit.


    Die Intelligenz dürfte vielmehr nur eine Summe aus dem allen sein.
    Das was wir genetisch veranlagt haben dürfte nicht viel mehr sein als ein unterschiedlicher Pool an Potenzial. Das was wir daraus machen, also das was wir erlernen, das was wir erfahren, das was wir beigebracht bekommen und das nach was wir uns richten sind im Prinzip die Faktoren, die unsere Intelligenz am Ende ausmachen.


    Das Wertschätzen von Kunstwerken ist eine subjektive Entscheidung.
    Es hängt nicht davon ab, ob jemand schlau genug ist, Kunst zu verstehen, sondern ob er in der Lage ist, sich dafür zu interessieren.


    Wenn jemand sagt "Ich verstehe das nicht", dann heißt das nichts anderes als "Ich bin nicht interessiert genug um die Hintergrunde über dies oder jenes zu erfahren".


    "Ich bin zu dumm um das zu verstehen" gibt es theoretisch gar nicht.
    Je höher die Komplexität, desto mehr Arbeit und Interesse verlangt ein gewisser Grad an Wissen von einem Menschen und häufig, gepaart mit dem Problem dass wir gar nicht genug Zeit haben, alles zu erlernen, hat jeder Mensch lediglich andere Ausprägungen.


    Wenn jemand also sich mit etwas simplen zufrieden gibt, dann ist er eher faul als dumm - einfach gesprochen.


    Das es prinzipiell nicht schlau ist, 500€ für einen weißen Plastikwürfel mit einem Markennamen auszugeben, wenn es den selben weißen Plastikwürfel ohne Markennamen für 100€ gibt, dürfte vielen klar sein.


    Wenn es manchen Menschen jedoch die extra 400€ Differenz wert ist, weil sie sich dadurch aufgeschlossener oder zu einer Gruppe zugehörend fühlen, dann ist das eine andere Sache. Jemand der Marken kauft, tut dies doch trotzdem noch meist aus persönlicher Präferenz und nicht etwa, weil andere direkt sagen, dass derjenige dies tun sollte.


    In engeren, "tieferen" Kreisen auf der Straße zählt eben nicht der Bildungsgrad. Du überlebst dort nicht, wenn du perspektivlos aber zugleich hoch kreativ und intelligent bist. Dort zählt Ruhm, Ansehen, Auftreten. Durch Ruhm und Kontakte und nicht durch eine hohe Stellung im Beruf kommst du dort weiter. Geld wird über andere Mittel eingebracht. Derjenige, der sich den meisten Respekt verdient hat auch die höchste Stellung.


    In den von dir erwähnten sozialen Kreisen sind primär Menschen unterwegs, die eben keine Schulausbildung eingeschlagen haben und es nicht schaffen, sich gesellschaftlich in die oberen Schichten einzugliedern.
    Der Grund dieses vermeintlichen Scheiterns gehen viele verschiedene Faktoren hervor.


    Manche Menschen stammen aus armen Familien oder Einwanderern, die Probleme haben, Schule zu finanzieren oder sich anzupassen.
    Es ist für einige evt. schwer gewesen, sich für etwas zu interessieren, wenn es sie in ihrer Kindheit schon durch andere Faktoren bereits behindert hat, sich zu entwickeln. Das können tragische Todesfälle in der Familie sein, keine gute Entwicklung, Misshandlungen, Sprachbarrieren. Und ohne Überraschung findest du diese Leute dann meist eben in eben jener Umgebung.


    Das in unserem Konzept der Intelligenz, das ich oben erwähnt habe, diese Leute als "dümmer" oder "asozialer" gegenüber gebildeteren Menschen degradieren lassen, ist also nicht unbedingt eine Frage der Persönlichkeit allein, sondern viel mehr Summe all dieser Faktoren, die diese Persönlichkeit erschaffen haben.




    E: Hab mal die Kernaussagen unterstrichen weil die meisten den Text ja eh nur ignorieren würden.

  • Zitat

    Original von Ossi-Eastborn
    Ich glaube er bezieht sich tatsächlich nur auf die Psychologie (auch nicht alle, sondern nur jene, die genanntes tun), nicht die Wissenschaft an sich.


    ich beziehe mich darauf dass man nicht aus allem eine wissenschaft machen muss und einfach mal wieder ein bisschen mensch sein sollte


    heutzutage muss immer alles statistik, zahlen, modelle, blabla sein. eine begegnung mit dem buddhismus oder was angehauchtem davon würde vielen mal gar nicht so übel tun

  • Zitat

    Original von Ossi-Eastborn


    Ich glaube er bezieht sich tatsächlich nur auf die Psychologie (auch nicht alle, sondern nur jene, die genanntes tun), nicht die Wissenschaft an sich.


    So klappt das nicht. Wissenschaftliche Theorien bauen auch fachübergreifend aufeinander auf.


    Die Theorie ist für Soziologie, Philosophie, Pädagogik und sogar Theologie wichtig. Es geht hier nicht um irgendnen Hokuspokus, sondern es geht um die Grundlagen der Diskussion hier.


    Hier wird totaler Blödsinn verzapft. Es wird über irgendwelche laute Musik und son Quatsch geredet, aber die eigentlich relevanten Dinge, was denn Moral überhaupt bedeutet und wie Menschen moralische Entscheidungen treffen, sollen jetzt plötzlich offtopic und Psychologiekacke sein?


    Wenn man Moral so definiert, wie es idR im normalen Sprachgebrauch definiert wird, dann braucht man nicht großartig diskutieren.
    Ja, Intelligenz ist die Grundlage von Moral.


    Es ist unmöglich ein moralisches Wesen zu sein, wenn man nicht über die geistige Kapazität verfügt um zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Deswegen sind Kinder und geistig behinderte ja auch noch nicht strafmündig.



    @ Ralf: Ne Begegnung mit ner 10. Klasse hätte dir gut getan.


  • Alle Geisteswissenschaften sind grundsätzlich schwammiger als jene, die sich praktisch oder naturwissenschaftlich orientieren, wobei letztere auch ihre Ecken und Kanten haben. Insbesondere in den Disziplinen der Geschichte, Philosophie, Psychologie und Theologie gibt es kein richtig oder Falsch, sondern im Prinzip nur die Interpretationen verschiedener Quellen ohne die Ergebnisse als Fakt betrachten zu können. Alles wird soweit zerdacht und interpretiert, bis es irgendwie zum gewünschen Ergebnis passt und so habe ich auch R.alfs Aussage aufgenommen.
    Offensichtlich habe ich ihn falsch verstanden, was an meinen Worten jedoch nichts ändert.


    Und du hast auch was missverstanden, nicht die Diskussion über Moral und moralische Entscheidungen ist Offtopic, sondern die aktuell geführte über Wissenschaft und deren Wahrheitsgehalt passt nicht zum Thema.


    Ich teile die Meinung, dass Kinder und behinderte keine Moral besitzen im Übrigen nicht, klar können diese eine vereinfachte Sicht auf die Dinge haben, jedoch so grundlegende moralische Aspekte, die rein auf Instinkt und Trieb fußen, haben selbst Säuglinge verinnerlicht, auch wenn sie diese nicht benennen können.


    Ich sagte ja bereits, dass Moral kein greifbarer Begriff ist, da jeder Mensch, jede Gruppe und jede Gesellschaft, sowie auch jede Zeit ihre eigenen Moralvorstellungen hat. Wir reden hier ja schließlich nur von kulturell verallgemeinerten Konventionen. Selbst die Moralische Verwerflichkeit von Mord oder ähnlichem gilt nicht universell.

  • Moral ist wahrlich ein kulturell definierter Begriff. Egal ob du jetzt Religion, Geschichte und Entwicklungsstand als Grundlagen nimmst. Du musst dich immer noch auf deine eigene Umgebung beziehen und die Leute um dich rum vergleichen mit dem was der unmittelbare Standard ist.


    Du kannst nicht sagen, nur weil man in anderen Ländern andere Vorstellungen von Moral hat, sollte man sie bei uns nicht so eng sehen.


    Säuglinge und Kleinkinder haben übrigens wahrlich keine Moral, weil sie noch nicht gelernt haben, was Moral ist. Ja, das mit den Trieben stimmt, aber den Ur-Trieb darf man nicht mit Vorstufen von Moral gleichsetzen.
    Welchen Instinkt siehst du denn als Grund auf gegeben an, dass er ohne den Einfluss der Umgebung auf jeden Menschen universell wirkt?
    Das einzige, was kleine Säuger als Antrieb bzw. Motivation erfahren, ist der Überlebensinstinkt.
    Normen, Regeln, Gesetze; Verhalten und Reagieren, Falsch und Richtig - das sind alles Werte, die sich der Mensch in seiner Entwicklung immer nur von anderen abgeschaut hat. Das kommt nicht einfach so von innen heraus.

  • Navidson mit einem Toptext. Und danke für die Unterstreichungen, ab um 5 hab ich die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens. :thumbup:

  • Zitat

    Original von Ossi-Eastborn
    Alle Geisteswissenschaften sind grundsätzlich schwammiger als jene, die sich praktisch oder naturwissenschaftlich orientieren, wobei letztere auch ihre Ecken und Kanten haben.
    Insbesondere in den Disziplinen der Geschichte, Philosophie, Psychologie und Theologie gibt es kein richtig oder Falsch, sondern im Prinzip nur die Interpretationen verschiedener Quellen ohne die Ergebnisse als Fakt betrachten zu können. Alles wird soweit zerdacht und interpretiert, bis es irgendwie zum gewünschen Ergebnis passt und so habe ich auch R.alfs Aussage aufgenommen.
    Offensichtlich habe ich ihn falsch verstanden, was an meinen Worten jedoch nichts ändert.


    Naturwissenschaften interpretieren doch auch nur das was man beobachten kann.



    Zitat

    Ich teile die Meinung, dass Kinder und behinderte keine Moral besitzen im Übrigen nicht, klar können diese eine vereinfachte Sicht auf die Dinge haben, jedoch so grundlegende moralische Aspekte, die rein auf Instinkt und Trieb fußen, haben selbst Säuglinge verinnerlicht, auch wenn sie diese nicht benennen können.


    Dann hast du einen sehr ungewöhnlichen Begriff von Moral. Und genau das ist der Punkt. Was bringt es denn zu diskutieren wenn einfach jeder den Begriff "Moral" so definiert, wie er grad lustig ist.


    Zitat

    Ich sagte ja bereits, dass Moral kein greifbarer Begriff ist, da jeder Mensch, jede Gruppe und jede Gesellschaft, sowie auch jede Zeit ihre eigenen Moralvorstellungen hat. Wir reden hier ja schließlich nur von kulturell verallgemeinerten Konventionen. Selbst die Moralische Verwerflichkeit von Mord oder ähnlichem gilt nicht universell.


    Deswegen ist imho auch die entscheidende Frage nicht was jemand macht, sondern warum.

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